Zählung des Bestands von seltener Riesenschildkröte macht Hoffnung

21. Dezember 2016, 12:15
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Keine Wiederholung des Schicksals von "Lonesome George": Die Bestände der Spezies Chelonoidis chatamensis erholen sich

Quito – Die berühmten Riesenschildkröten der Galapagos-Inseln gliedern sich in etwa ein Dutzend eng verwandter Spezies auf, die sich über verschiedene Inseln des Archipels verteilt und so auseinander entwickelt haben. Eine davon ist Chelonoidis chatamensis, benannt nach Chatham (San Cristobal), ihrem einzigen Lebensraum. Etwa 6.700 Exemplare dieser gefährdeten Art gibt es derzeit auf der Insel.

Zu ihr gibt es nun gute Nachrichten: Wie der Nationalpark Galapagos mitteilte, sind die Bestände von C. chatamensis dabei, sich zu erholen. Zur zuletzt im November gezählten Population gehöre ein hoher Anteil von Jungtieren und Weibchen, was eine optimistische Prognose ermögliche.

Gefährdete Riesen

Damit besteht echte Hoffnung, dass diese Spezies nicht den mittlerweile drei Arten folgt, die bereits ausgestorben sind. Vor vier Jahren war in dem Naturpark die Riesenschildkröte "Lonesome George" im Alter von mehr als 100 Jahren gestorben. Er war das letzte bekannte Exemplar der Spezies Chelonoidis abingdoni – es wurden allerdings in jüngerer Vergangenheit einige hybride Exemplare entdeckt, die die Hoffnung nähren, dass irgendwo noch Vertreter von C. abingdoni leben.

Auf den Inseln im Pazifischen Ozean, etwa tausend Kilometer vor der ecuadorianischen Küste, lebten einst 300.000 Riesenschildkröten. Die Population wurde jedoch im 18. und 19. Jahrhundert stark dezimiert, als Walfänger und Seeräuber die Schildkröten zum Verzehr auf ihre Schiffe holten. Heute sind sie in erster Linie durch Tiere gefährdet, die vom Menschen eingeschleppt wurden: Raubtiere wie Hunde, die ihre Nester plündern – aber auch Esel, die die Gelege der Schildkröten zertreten. Entgehen sie allen Gefahren, können die Tiere bis zu 1,80 Meter lang und weit über 100 Jahre alt werden.

Heute existieren noch zwischen 30.000 und 40.000 Schildkröten auf den Galapagos-Inseln. Alle Arten stehen auf der Roten Liste der besonders bedrohten Tiere der Weltnaturschutzunion (IUCN). (APA, red, 14. 12. 2016)

  • "Lonesome George" wurde präpariert – er ist Erinnerung und Mahnung zugleich.
    foto: apa/dpa

    "Lonesome George" wurde präpariert – er ist Erinnerung und Mahnung zugleich.

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