Wunschbier per Abstimmung

Kolumne3. Jänner 2017, 09:00
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Kann man Bier demokratisieren? Ein Klagenfurter Lokal probiert es mit einer Publikumsabstimmung

Wie Bier schmecken soll? "Erfrischend, durstlöschend". Das ist regelmäßig die meistgenannte Antwort in Umfragen. Abgesehen davon, dass Bier natürlich nicht den Durst löschen sollte (sonst hätte man ja keine Lust weiterzutrinken): Mit den Umfrageergebnissen käme man zu keinem Braurezept.

Jeder Zweite sagt etwa in einer noch unveröffentlichten Market-Umfrage, er wolle einen malzigen Geschmack – immerhin elf Prozent wollen das nicht. 36 Prozent wollen einen "trockenen" Eindruck, was offensichtlich eine Überschneidung mit den 85 Prozent darstellt, die einen vollmundigen, runden Eindruck vom Bier wollen.

Klar: Man wünscht sich das eine Bier, etwa ein Pils, trocken und schlank – und ein anderes, etwa einen Bock, vollmundig. Oder man akzeptiert jenen Kompromiss, den die Weltmarken Bud, Miller und Heineken anbieten.

Und trotzdem versucht der Uni.Wirt in Klagenfurt, seine Gäste über ein Wunschbier abstimmen zu lassen – mit Vorgaben wie "wie leicht rinnt das Bier die Kehle hinab", "wie kräftig umsprudelt das Bier die Zunge", aber auch: "Katerverdächtig von 'ich spür nix' bis 'Schädelweh extrem'".

Immerhin: Auf dem Stimmzettel ist viel Platz für die Beschreibung von Wünschen. Nach diesen Vorgaben soll im Februar bei der Brauerei Loncium eine "Uni.Wirt Edition" gebraut werden. Man darf gespannt sein. (Conrad Seidl, RONDO, 3.1.2017)

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    foto: reuters/lenoir
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