Lebensmittel: VKI rügt Bioschmäh und Mogelpackungen

21. Dezember 2016, 10:53
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Bilanz der Konsumentenschützer: Nestlé, Spar Natur pur und Milupa fielen 2016 besonders schlecht auf

Wien – Versteckte Preiserhöhungen, Mogelpackungen, verwirrende Herkunftsangaben und unangemessene Bewerbung kaum enthaltener Zutaten: Solche Tricks der Lebensmittelbranche haben auch 2016 wieder zahlreiche Konsumenten verärgert. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat Bilanz gezogen und über die Produkte, die im Laufe des Jahres über die Plattform www.lebensmittel-check.at gemeldet wurden, abstimmen lassen. Teilgenommen haben knapp 1.200 Menschen.

Ein Joghurt von Nestlé wird beispielsweise laut Aussendung des VKI damit beworben, dass es 71 Prozent Milch beinhalte, in der Zutatenliste suche man Milch aber vergeblich. Stattdessen seien dort Vollmilchjoghurt, Magermilchpulver, Molkenerzeugnis und diverse Zusatzstoffe zu finden. Das Unternehmen erklärte auf Nachfrage des VKI, dass das Produkt zu 65 Prozent aus Magermilch und zu sechs Prozent aus Schlagobers bestehe. Daraus könne man sich die 71 Prozent Vollmilch mit mindestens 3,5 Prozent Fett zusammenrechnen. Fazit des VKI: Wo keine reine Vollmilch enthalten ist, sollte auch keine beworben werden.

Für Ärger sorgte auch Spar-Natur-pur-Bio-Pufuleti: Auf der Verpackung ist ein rot-weiß-rotes Band mit der Aufschrift "Bio-Maisgrieß aus Österreich" angebracht. Auf der Rückseite ist unter dem grün-weißen Biozeichen die Abkürzung RO für Rumänien zu erkennen, so der VKI weiter. Der Grieß stammt Spar zufolge tatsächlich aus Österreich, werde aber in Rumänien weiterverarbeitet, da es an heimischen Produzenten mangle, die vergleichbare Qualität herstellen könnten.

Große Packung, kleiner Inhalt

Kritik gibt es auch am Milupa-Aptamil-Milch-Getreidebrei: Das Pulver für den Brei befinde sich in einem Beutel, der in einem Überkarton steckt. Ein Röntgenscan zeigt, dass der Beutel nur zu einem Drittel gefüllt ist. Milupa teilte auf Nachfrage mit, dass die Füllhöhe technisch bedingt sei. Um die Qualität und Sicherheit zu gewährleisten, werde das Pulver unter Schutzatmosphäre verpackt, und daher sei eine komplette Befüllung nicht möglich. (red, 21.12.2016)

  • Nestlé ist eines der Unternehmen, die beim Jahres-Lebensmittelcheck des VKI nicht gut wegkommen.
    foto: reuters/denis balibouse

    Nestlé ist eines der Unternehmen, die beim Jahres-Lebensmittelcheck des VKI nicht gut wegkommen.

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