Kinderreha-Standorte im Osten Österreichs fixiert

21. Dezember 2016, 09:44
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306 der 343 der geplanten Betten für die Reha von Kindern und Jugendlichen vergeben

Wien – Es gab mehrere, lange Verzögerungen und Verschiebungen, inzwischen stehen drei von vier Standorten für Kinderreha-Zentren in Österreich fest. Das berichtete das "Ö1-Morgenjournal" am Mittwoch. Bisher gab es keine speziell auf Kinder und Jugendliche zugeschnittene Reha-Plätze, obwohl rund 5000 junge Menschen aufgrund einer schweren Erkrankung oder Behinderung in Österreich Rehabilitation brauchen.

Mit dem Abschluss des formalen Vergabeverfahrens für Wien, Niederösterreich und das nördliche Burgenland (Versorgungsregion Ost) sind nun 306 von insgesamt 343 Betten für die Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen vergeben, teilte der Hauptverband der Sozialversicherungsträger als für die Ausschreibung verantwortliche Organisation in einer Aussendung mit.

Standort in Bad Erlach

Wie am Mittwoch bekannt wurde, entsteht im niederösterreichischen Bad Erlach ein Kinderreha-Zentrum für insgesamt 114 Betten für mobilisierende und psychosoziale Indikationen. Den Zuschlag erhielt die Hospitals Projektentwicklungsges.m.b.H. Bereits abgeschlossen waren die Ausschreibungsverfahren in der sogenannten Versorgungsregion Süd, wo der Zuschlag Ende Juli erfolgt war, und in der Versorgungsregion Nord, wo die Standorte seit Mitte November feststehen. Die Kinderreha-Standorte für Tirol und Vorarlberg (Versorgungsregion West) sind noch nicht fixiert.

Ulrike Rabmer-Koller, Vorsitzende des Verbandsvorstands im Hauptverband, sprach von einem Meilenstein: "Zum einen ist es wichtig, dass Kinder jetzt die gleichen Voraussetzungen vorfinden, wie sie für Erwachsene schon längst normal sind. Zum anderen hat der Hauptverband erstmals selbst medizinische Leistungen in einem europaweiten Vergabeverfahren ausgeschrieben und kann so die bis dato übliche Trennung der Zuständigkeiten für angeborene oder erworbene Störungen beenden."

Ziel sei es, künftig einen unbürokratischen Zugang zur Rehabilitation für Kinder und Jugendliche zu bieten. Der "niedrigschwellige Zugang" sei "ein Herzstück der Gesundheitsreform".

Elf Indikationen

Im aktuellen Rehabilitations-Plan ist der Bedarf an Kinder-Rehabilitationszentren für ganz Österreich in vier Versorgungsregionen aufgeteilt, in denen in elf Indikationen insgesamt 343 Betten für Kinder und Jugendliche vorgesehen sind sowie 50 Betten für Angehörige in der Indikation Onkologie. Neben der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen, bei der körperliche als auch psychische und soziale Aspekte berücksichtigt werden sollen, soll den jungen Patienten auch Schulunterricht sowie Freizeitgestaltung ermöglicht werden.

In Österreich gab es bis dato aber keine speziellen Kinder-Rehazentren. Kranke Kinder wurden bisher für eine Rehabilitation entweder gemeinsam mit Erwachsenen, meist älteren Menschen, betreut oder mussten nach Deutschland ausweichen. (red, 21.12.2016)

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