Vivendi stockt Anteil an Berlusconis Mediaset auf 26 Prozent auf

21. Dezember 2016, 08:36
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Berlusconi-Sohn: "Ich, mein Vater und meine Familie weichen um keinen Schritt zurück. Wir sind hier und hier bleiben wir"

Rom/Paris – Der Streit zwischen der französischen Mediengruppe Vivendi und Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi um Mediaset geht in die nächste Runde. Die Franzosen kündigten am Dienstagabend an, ihren Anteil an Mediaset auf 26 Prozent aufgestockt zu haben.

Vivendi kommt somit seinem angepeilten Ziel eines 30-prozentigen Anteils an der Mailänder TV-Gesellschaft näher. "Ich, mein Vater und meine Familie weichen um keinen Schritt zurück. Wir sind hier und hier bleiben wir", sagte Mediasets CEO und Berlusconis Sohn Pier Silvio bei einer Weihnachtsfeier mit Managern und Mitarbeitern des TV-Konzerns am Dienstagabend in Mailand. Vivendis Verhalten sei rechtswidrig. Mediaset wolle sein Vermögen vor den Franzosen schützen. Die Anteilsaufstockung Vivendis stehe nicht im Einklang mit der ursprünglichen Absicht der Franzosen, eine Partnerschaft zu gründen.

Monatelanger Streit

Das Interesse Vivendis für Mediaset beflügelt die Aktien der Fernsehgruppe an der Mailänder Börse. Am Dienstag stieg das Papier um 23,3 Prozent auf 4,44 Euro. 121,2 Millionen Aktien wurden getauscht, was 10,2 Prozent des gesamtem Kapitals entspricht.

Vivendi und Mediaset liegen seit Monaten im Streit, nachdem die Franzosen die Details einer vereinbarten Allianz neu aushandeln wollten. Eigentlich wollten die Unternehmen eine gemeinsame Plattform zum weltweiten Vertrieb von TV-Inhalten schaffen – in französischen Medien war von einem "europäischen Netflix" die Rede gewesen.

Vivendi argumentierte am Montag erneut, mit dem Einstieg bei Mediaset seine Position in Südeuropa stärken zu wollen; zudem folge der Konzern seinen strategischen Ambitionen als wichtiger internationaler Akteur im Bereich der Medien und europäischer Inhalte. (APA, 21.12.2016)

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