Hybridspiele aus der Stahlstadt: Würfeln, bis der Akku leer ist

21. Dezember 2016, 11:56
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Das Linzer Start-up Rudy Games entwickelt mit dem Softwarepark Hagenberg "intelligente" Spielkarten

Linz – Die echten Spieler sind im Osten von Linz daheim. In einer kleinen Seitenstraße zwischen Chemiepark und dem Betriebsgelände der Voestalpine. Doch wird hier nicht in einer zwielichtigen Spelunke dem illegalen Glücksspiel gefrönt. Das Linzer Start-up Rudy Games entwickelt und feilt hier höchst seriös an den Gesellschaftsspielen von morgen. Und um gleich einmal nostalgieverliebte Analog-Zocker zu beruhigen: Brett, Würfel, Steine und Figuren bietet auch das Team rund um Rudy-Games-Geschäftsführer Manfred Lamplmair weiter. Das Zauberwort des 2013 gegründeten Unternehmens heißt aber "combined games". Kombiniert werden Spiele mit Handys und Tablets.

Keine Routine am Spieltisch

"Die App erspart nicht nur langwierige Spielanleitungen, sie korrigiert Regelübertretungen, passt den Spielverlauf der Spieleranzahl an, reagiert auf deren Vorkenntnisse und Routinen und kann die Aufgabestellungen auch auf Regionen und Vorlieben der Spieler anpassen", erläutert Lamplmair. Das Strategiespiel Leaders, angesiedelt in der Zeit des Kalten Krieges, bildete den Auftakt für eine erfolgreiche Jungunternehmer-Laufbahn. Lamplmair: "Die internationale Nachfrage war enorm. Und hat uns in unserer Arbeit enorm bestärkt." 2015 konnte Rudy Games bereits rund 100.000 Euro Jahresumsatz verbuchen. 2017 geht man mit dem neuesten Hybridspiel Interaction an den Start. Auch hierbei werden die Vorteile der modernen Kommunikation zwar ideal genutzt, die Spieler aber selbst mit diversen Turn-, Bastel- und Quizeinlagen ordentlich gefordert.

Doch während die einen noch spielen, wird bei Rudy Games bereits wieder getüftelt. Für das jüngste Projekt hat man sich, mit Unterstützung des Technologie- und Innovationsmanagements (TIM) des Landes und der Wirtschaftskammer, Hilfe im Softwarepark Hagenberg geholt.

Die Forschungsgruppe "Integrierte Versorgung – e-Health" der Mühlviertler Softwareschmiede steuert ihre Erfahrungen zu den Monster-Babys bei. Erstmals überhaupt sollen dabei die ausgespielten Karten und Spielaktivitäten exakt von einer App erfasst werden – möglich wird das durch Bilderkennung und Near Field Communication (NFC). (Markus Rohrhofer, 21.12.2016)

  • Das Tablet gehört zum launigen Spieleabend künftig dazu.
    foto: wolfgang simlinger

    Das Tablet gehört zum launigen Spieleabend künftig dazu.

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