Seitenweise Büchertipps der STANDARD-Wissenschaftsredaktion

20. Dezember 2016, 20:11
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Der Rote Wendehalsfrosch, die alten Römer, der Black Hole Blues und das Theater der Giraffen: Geschenkideen aus der Welt der Wissenschaft und Science Fiction

Jürgen Doppler

Dieses Buch hat mich positiv überrascht
Carl Abbott ist Stadtforscher und zugleich großer Science-Fiction-Fan. Hier katalogisiert er die fiktiven Städte der SF-Literatur und stellt verblüffende Querverbindungen zu vergessenen Konzepten aus der Architekturgeschichte her. Die waren ganz real, muten aber nicht minder fantastisch an.

Carl Abbott: "Imagining Urban Futures". € 25,60 / 264 Seiten. Wesleyan University Press, Middletown 2016

Dieses Buch hat mich nachhaltig beeindruckt
Als James Tiptree Junior schrieb die Psychologin Alice B. Sheldon Science-Fiction-Erzählungen, führte ein Leben so schillernd wie ein Hemingway-Roman und war doch zeitlebens von Selbstzweifeln zerfressen. Intime Einblicke gewährt diese Sammlung von Briefen und anderen Dokumenten.

James Tiptree Jr.: "Wie man die Unendlichkeit in den Griff bekommt". € 24,90 / 456 Seiten. Septime, Wien 2016

Dieses Buch würde ich jungen Lesern schenken
Von 1804 bis 1806 erkundete die Lewis-und-Clark-Expedition im Auftrag Thomas Jeffersons den amerikanischen Westen, Expansion hielt man für den "göttlichen Auftrag" der USA. In der schon drei Bände umfassenden Comic-Reihe Manifest Destiny von Chris Dingess wird daraus ein ziemlich böses Sittenbild.

Chris Dingess: "Manifest Destiny". € 20,60 / 128 Seiten. Cross Cult, Ludwigsburg 2016

Dieses Buch liegt auf meinem Nachtkastl
2016 sprach alle Welt erschrocken über Filterblasen und Echokammern. 2017 erscheint die Übersetzung des Romans The Affinities, in dem Robert Charles Wilson diesen Trend weiterdachte: Ein Algorithmus gruppiert Menschen zu Netzwerken, die in sich perfekt harmonieren und sich nach außen abschotten. Die Gesellschaft zerfällt.

Robert Charles Wilson: "Netzwerk". € 10,30 / 400 Seiten. Heyne, München 2017

  • Albert Einstein am Lesepult: Der Physiker soll "Die Brüder Karamasow" von Dostojewski und David Humes "Traktat über die menschliche Natur" besonders geschätzt haben.
    foto: picturedesk

    Albert Einstein am Lesepult: Der Physiker soll "Die Brüder Karamasow" von Dostojewski und David Humes "Traktat über die menschliche Natur" besonders geschätzt haben.

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