Sicherheitslage in Österreich: Normalzustand verteidigen

Kommentar20. Dezember 2016, 17:47
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Wir dürfen unsere individuelle Entscheidungsfreiheit nicht einschränken lassen

Die bittere Erkenntnis nach Anschlägen wie in Berlin lautet, dass Europa zum Schauplatz eines Terrorkriegs geworden ist: Die Reihe mörderischer Attacken auf Menschen, die feiern oder einfach ihren Aufgaben nachgehen, reißt nicht ab. Die vernunftbetonte Reaktion auf derlei Angriffe liegt in bestmöglicher Vorbereitung und aufmerksamer Prävention.

Dies bedenkend, erscheinen die in Österreich von den Sicherheitsbehörden nun getroffenen Vorkehrungen passend und angebracht: Hinweisen auf Radikalisierung soll sofort nachgegangen, Polizeipatrouillen sollen verstärkt, personelle Reserven aufgestockt werden. Dies für den nicht auszuschließenden Fall des Falles, denn Christkindlmärkte und viele andere Schauplätze des Alltags sind für Terroristen leicht angreifbare, "weiche" Ziele.

Da die Lkw-Todesfahrt von Berlin nicht die erste war, wäre es darüber hinaus natürlich höchst angebracht, an Zufahrten zu öffentlichen Versammlungsorten österreichweit Betonpflöcke zu installieren. Doch damit würde nur eine von vielen Angriffsmöglichkeiten erschwert, die von Messerattacken zu Bombenanschlägen reichen. Gegen Letztere wurden bereits Rucksackverbote vorgeschlagen: ein Einschnitt in alltägliche Normalität, die es jetzt erneut zu verteidigen gilt. Weil sie Ausdruck jener individuellen Entscheidungsfreiheit und jenes gesellschaftlichen Friedens ist, die in Europa unter großen Opfern errungen werden konnten. (Irene Brickner, 20.12.2016)

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