Lerneffekt nach München: Die TV-Berichte über den Berliner Anschlag

20. Dezember 2016, 17:00
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Besonnenheit auf vielen Kanälen – CNN war überraschend schnell

Welch ein Unterschied, wie die deutschen Fernsehsender über den Amoklauf im Juli in München und den Vorfall am Montagabend in Berlin berichteten. War es im Sommer noch eine atemlose Jagd durch die Stadt mit Schalten von Reporter zu Reporter, von Schauplatz zu Schauplatz, so gab es diesmal von Beginn an viel mehr Besonnenheit, Ruhe und reflektierende Einordnung in der Berichterstattung.

Auch diesmal war in den ersten Stunden vieles unklar, zumindest ein Täter war auf der Flucht. Am Montag wurden aber nicht alle möglichen Gerüchte wiedergegeben. Auf allen TV-Sendern wurde fast mantraartig wiederholt, dass es sich um einen möglichen Anschlag handle, die Information noch nicht gesichert sei.

Aufrufe von Polizei und Feuerwehr, Ruhe zu bewahren und nicht über soziale Medien Panik zu verbreiten, wurden weitergegeben. Zur Erinnerung: In München gab es nicht nur am Tatort, sondern auch in der Innenstadt Chaos, als Nachrichten über einen angeblichen weiteren Anschlagsort auch von TV-Sendern weiterverbreitet wurden. Auf der Flucht verletzten sich dann Menschen.

Erstaunlich rasch: CNN

Es hat bei der ARD und noch viel länger beim ZDF gedauert, ehe sie über die Vorfälle auf dem Berliner Weihnachtsmarkt berichteten. Die ARD unterbrach erst um 21.15 Uhr ihr Programm, das ZDF wartete bis zur regulären Sendezeit des Heute Journals um 21.45 Uhr.

Die privaten Nachrichtensender n-tv und N24 waren schneller, aber das erwartet man auch von ihnen. Wie rasch CNN auf Sendung war, überraschte jedoch. Kurz nach 20.00 Uhr gab es bereits einen Augenzeugenbericht – erst kurz zuvor hatte es erste Meldungen über den Vorfall auf Twitter gegeben. (Alexandra Föderl-Schmid, 20.12.2016)

  • Rasch on air: CNN
    foto: cnn.com/screenshot

    Rasch on air: CNN

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