Immer schneller auf der Datenautobahn

23. Dezember 2016, 08:00
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An der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn wird an neuen Übertragungsverfahren geforscht

Dornbirn – Immer mehr und immer schneller. So könnte man die Wünsche der Internetnutzer an die Datenübertragung zusammenfassen. Die Mikroelektronikerin Dana Seyringer arbeitet an dieser Problemstellung. Sie ist eine der wenigen Expertinnen für das Design optischer Hochgeschwindigkeitsmultiplexer, die Glasfasernetzwerke noch leistungsfähiger machen. Seyringer forscht und lehrt am Studiengang Mechatronik an der Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn. Ihr Spezialgebiet ist das Design von passiven optischen Komponenten mit Fokus auf Multiplexern/Demultiplexern für die optische Datenübertragung.

Dana Seyringer beschäftigt sich mit dem Übertragungsverfahren Dense Wavelength Division Multiplexing, bei dem optische Signale mit verschiedenen Wellenlängen durch eine einzelne Glasfaser gleichzeitig versendet werden, wobei jede Wellenlänge einen eigenen Übertragungskanal darstellt. Optische Multiplexer führen die unterschiedlichen Signale zusammen, Demultiplexer spalten sie beim Empfänger wieder auf verschiedene Wellenlängen auf.

Der Nutzen: Je mehr Wellenlängen man verwendet, desto stärker kann man die Übertragungskapazität steigern. Den Traffic könne man sich durchaus bildlich vorstellen, sagt Seyringer. "Lichtsignale sind dabei die fahrenden Autos und die Glasfaser ist eine 'virtuelle Autobahn', in welcher man die Anzahl der Spuren mit den Multiplexern/Demultiplexern erhöhen kann, ohne neu dazu bauen zu müssen. Schon bei zwei verschiedenen Lichtsignalen verdoppeln wir die Übertragungskapazität. Das ist einer der vielen Vorteile dieser Technologie."

Die Herausforderung der Zukunft für den Telekombereich ist die Übertragungskapazität im Internet zu erhöhen. Seyringer: "Immer größere Mengen an Daten müssen gleichzeitig übertragen werden." Es gelte, das Internet so zu entwickeln, dass die Kapazität auch in Zukunft ausreichend ist, sagt Seyringer. Als Physikerin ist sie sich aber bewusst, "dass man irgendwann physikalische Grenzen erreichen wird".

Breiter Anwendungsbereich

Seyringer, die sich an der Technischen Universität Bratislava im Vorjahr mit dem Themenkomplex Design, Simulation, technologische Realisierung und Evaluierung habilitierte, sieht die Anwendung ihrer Forschungsergebnisse nicht nur in der Telekommunikation. Außer für schnelles Internet werden passive optische Komponenten zum Beispiel in der Sensorik und der Automobilindustrie, aber auch in der Medizintechnik gebraucht, beispielsweise für Neuentwicklungen wie photonische Chips für die medizinische Diagnostik. Die Forscherin erhielt für ihre Arbeiten kürzlich den Wissenschaftspreis des Landes Vorarlberg. (jub, 23.12.2016)

  • Um Glasfaserkabel noch leistungsfähiger zu machen, wird an der Fachhochschule Vorarlberg an neuen Verfahren für die optische Datenübertragung gearbeitet.
    foto: apa/upc

    Um Glasfaserkabel noch leistungsfähiger zu machen, wird an der Fachhochschule Vorarlberg an neuen Verfahren für die optische Datenübertragung gearbeitet.

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