Razzia in Asylheim in Fuschl: Ermittlungen wegen Terrorverdachts

20. Dezember 2016, 13:35
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Es gebe aber keine Hinweise, die "unmittelbar auf eine Terroraktivität" des 25-Jährigen hindeuten würden

Fuschl/Salzburg – Nach der Polizeirazzia in einem Flüchtlingsheim in Fuschl in Salzburg Montagfrüh ist über den verhafteten 25-Jährigen aus Marokko Untersuchungshaft verhängt worden. Er soll zwischen Weihnachten und Neujahr eine "schwere Straftat" in Salzburg geplant haben. Die Staatsanwaltschaft Salzburg ermittelt wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, sagte deren Sprecher Robert Holzleitner am Dienstag. Die Erhebungen laufen bereits seit November. Ermittelt wird derzeit auch im Umfeld des Verdächtigen.

Wie Peter Gridling, Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), am Dienstag im Ö1-"Mittagsjournal" sagte, wurden im Zuge der Amtshandlung keine Hinweise gefunden, die unmittelbar auf eine Terroraktivität hindeuten würden. Beim Anfangsverdacht sei jedoch klar die Möglichkeit eines Anschlags im Raum gestanden. "Hier wurde entsprechend observiert und aus Sicherheitsgründen eingegriffen, um Klarheit in die Situation zu bringen."

"Die erste Einvernahme des Mannes hat stattgefunden, und es sind weitere geplant", sagte Polizeisprecher Michael Rausch am Dienstag. Auch die Auswertung der bei der Hausdurchsuchung sichergestellten Datenträger sei im Gange. Elektronische Geräte, etwa Handys, seien sichergestellt worden. Über den Hauptverdächtigen ist bisher bekannt, dass er einen negativen Asylbescheid erhalten hat. Sein Antrag auf Asyl wurde offenbar auch in zweiter Instanz abgelehnt. Weiter unklar ist, wann er nach Österreich eingereist ist.

Unterkunft in Fuschl mittlerweile geschlossen

Die Salzburger Polizei hatte im November die Information erhalten, dass sich der Verdächtige mit zumindest einer zweiten Person über die geplante Tat unterhalten habe. Der Verfassungsschutz nahm daraufhin Ermittlungen auf, ein Gericht billigte die Überwachung des Mannes. Am Montag untersuchten kurz nach 7 Uhr Beamte des Verfassungsschutzes, der Kriminalpolizei, des Einsatzkommandos Cobra, der Diensthundeinspektion und der Schengenfahndung die Flüchtlingsunterkunft im Pfarrhof in Fuschl. Auch Sprengstoffexperten standen im Einsatz.

Die Unterkunft, in der zuletzt neun Flüchtlinge untergebracht waren, ist am Montagabend geschlossen worden. Die Mitbewohner des Verdächtigen wurden mittlerweile in einem Quartier in der Stadt Salzburg untergebracht. (APA, red, 20.12.2016)

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