18-jähriger Salzburger wegen Wiederbetätigung vor Gericht

20. Dezember 2016, 11:40
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Angeklagter hat elf Bilddateien über Whatsapp verschickt und bekennt sich schuldig. Er habe sich "nichts dabei gedacht"

Salzburg/Zell am See – Ein 18-Jähriger hat sich am Dienstag bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg dazu bekannt, im Vorjahr elf Bilddateien über Whatsapp verschickt und dadurch nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet zu haben. "Es war eine Riesendummheit von mir", gestand der Pinzgauer, aber damals habe er sich nichts dabei gedacht.

Staatsanwalt Tomas Schützenhofer warf dem Burschen Wiederbetätigung im nationalsozialistischen Sinne nach dem Verbotsgesetz, Paragraf 3g, vor. Der Angeklagte habe im Zeitraum August bis November 2015 Adolf Hitler und die NSDAP verherrlicht, sagte Schützenhofer.

Der Beschuldigte meinte, er hätte die falschen Freunde gehabt, "das hat ihnen gefallen, dass ich ihnen das geschickt habe". Er habe selbst solche Bilder von Freunden erhalten und auf Facebook gesehen, auch deshalb habe er sich "nichts Böses" dabei gedacht, sagte der Lehrling zur vorsitzenden Richterin Bettina Maxones-Kurkowski. "Aber dass ich den Nationalsozialismus verherrliche, das stimmt nicht", beteuerte der Teenager, der um harmlose Antworten auf hartnäckige Fragen der Vorsitzenden bemüht schien.

Waffe, Hakenkreuz, Glatze

Ein Foto, das ihn mit einer Waffe in der Hand zeigt, sei ebenfalls aus Gedankenlosigkeit entstanden. Und das Hakenkreuz, welches ihm ein Angehöriger ins Haar rasiert hatte, habe er nicht gesehen, er habe nicht gewusst, dass das ein Hakenkreuz war.

Dass er es damals für möglich gehalten habe, die Empfänger der weitergeschickten Dateien könnten annehmen, er würde nationalsozialistisches Gedankengut gutheißen, räumte der bisher unbescholtene Angeklagte nach mehrmaligem Nachfragen des Staatsanwalts, der Vorsitzenden und seines Verteidigers Wolfgang Hauptmann dann doch ein. Bei der Verhandlung gab sich der Bursch geläutert. "Heute möchte ich nichts mehr damit zu tun haben", betonte er. Im Vorjahr trug er noch eine Glatze, jetzt gefällt ihm so etwas nicht mehr. Deshalb habe er sich wieder Haare wachsen lassen, betonte der 18-Jährige. Ein Urteil des Schwurgerichts wird vermutlich noch am Dienstag ergehen. (APA, 20.12.2016)

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