Kritik an Dutertes Plänen für tägliche Hinrichtungen

19. Dezember 2016, 22:01
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Philippinischer Präsident will Todesstrafe wiedereinführen und massiv einsetzen

Manila – Die Ankündigung des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, eine Art Tagesquote für Hinrichtungen einzuführen, hat scharfe Kritik der katholischen Kirche und von Menschenrechtlern hervorgerufen. Sollte Duterte seine Pläne umsetzen, würden die Philippinen zur weltweiten "Zentrale" der Exekutionen, sagte der Sprecher der philippinischen Bischofskonferenz, Jerome Secillano, am Montag.

Die Welt werde die Philippinen als "barbarisch" ansehen, sollte die Todesstrafe nach den Plänen des Präsidenten eingesetzt werden, warnte Secillano weiter. Nach seinen Angaben wollen Bischöfe an den Parlamentsdebatten im kommenden Monat zu dem Thema teilnehmen, um zu versuchen, die Abgeordneten von dem Vorhaben abzubringen.

Duterte hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, er werde sich im Kampf gegen die Kriminalität für die Wiedereinführung der vor zehn Jahren abgeschafften Todesstrafe einsetzen. Am Samstag sagte der 71-jährige Populist, er werde nicht nur die Todesstrafe wiedereinführen, sondern dafür sorgen, dass täglich "fünf oder sechs Kriminelle" hingerichtet würden. Dies sei im Kampf gegen die Drogenkriminalität nötig, die das Land zerstöre, sagte er weiter.

Der Vizevorsitzende von Amnesty International auf den Philippinen, Romeo Cabarde, sagte AFP, seine Organisation sei prinzipiell gegen die Todesstrafe – aber zusätzlich noch eine Art Quote festzulegen sei einfach "zu viel".

Dutertes Verbündete im Abgeordnetenhaus kündigten für Jänner ein Gesetz zur Wiedereinführung der Todesstrafe an. Seit Beginn von Dutertes Drogenkrieg im Sommer wurden bereits 5.300 angebliche Kriminelle von der Polizei getötet.

Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage befürwortet die Mehrheit der Einwohner Dutertes Drogenkrieg grundsätzlich. 78 Prozent sorgten sich aber gleichzeitig, dass sie selbst oder ein Familienmitglied Opfer von außergerichtlichen Tötungen werden könnte. 71 Prozent sagten, die Polizei müsse dafür sorgen, dass sie Verdächtige lebend fasst. (APA, 19.12.2016)

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