Katalog mit drei Milliarden astronomischen Quellen veröffentlicht

19. Dezember 2016, 15:26
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Pan-STARRS gibt Daten zu mehr als drei Milliarden Sternen, Galaxien und anderen Quellen frei

Heidelberg/Garching – Das internationale Pan-STARRS-Projekt, an dem auch Astronomen der Max-Planck-Institute für Astronomie (MPIA) in Heidelberg und für extraterrestrische Physik (MPE) in Garching beteiligt sind, veröffentlicht die weltweit größte digitale Himmelsdurchmusterung. Der Katalog basiert auf Beobachtungsdaten, die über vier Jahre gesammelt wurden, umfasst mehr als drei Viertel des Nachthimmels und liefert umfangreiche Informationen über mehr als drei Milliarden Sterne, Galaxien und andere Quellen.

"Die Pan-STARRS Himmelsdurchmusterungen erlauben es nun jedem, auf Millionen von Bildern zuzugreifen, sowie die Datenbank und Kataloge mit Präzisionsmessungen von Milliarden von Sternen und Galaxien zu nutzen", sagte Ken Chambers, Direktor der Pan-STARRS-Observatorien an der University of Hawaii. Im Mai 2010 startete das "Panoramic Survey Telescope And Rapid Response System" (Pan-STARRS) Observatorium, ein 1,8-Meter-Teleskop auf dem Gipfel des Haleakalā auf Maui, eine digitale Himmelsdurchmusterung im sichtbaren und Nah-Infrarotlicht. Dies war die erste Beobachtungskampagne mit dem Ziel, den Himmel sehr schnell wiederholt zu beobachten und so nach sich bewegenden oder sich verändernden Objekten zu suchen.

Zwei Petabyte Daten

Dazu zählen etwa auch Asteroiden, die die Erde bedrohen könnten. Die Himmelsdurchmusterung dauerte rund vier Jahre, die Daten umfassen drei Milliarden Quellen, darunter Sterne, Galaxien und verschiedene andere Objekte. Doch mit der Datensammlung war die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen: Der riesige Katalog besteht aus zwei Petabyte an Daten. Alle diese Informationen mussten ordnungsgemäß katalogisiert werden, so dass die Astrophysiker schnell auf die Daten zugreifen und diese nutzen können.

"In den vergangenen drei Jahren haben wir große Anstrengungen unternommen, die Qualität der Daten zu überprüfen und die am besten geeignete Struktur für den Katalog zu definieren", sagt Roberto Saglia vom MPE. Künftig seien Forscher in der Lage, Entfernungen, Bewegungen und besondere Merkmale wie den Anteil an Mehrfachobjekten bei allen nahen Sternen, braunen Zwergen oder Überresten von Sternen zu messen, ergänzte Thomas Henning (MPIA). "Das erweitert die Katalogisierung von nahezu allen Sternen in Sonnennähe bis in Entfernungen von etwa 300 Lichtjahren."

Zweistufige Veröffentlichung

Die Veröffentlichung der Daten erfolgt in zwei Schritten: Die derzeitige Version umfasst den "Statischen Himmel" und liefert den Durchschnitt der einzelnen Beobachtungsepochen. Für jedes Objekt gibt es einen Durchschnittswert für seine Position, seine Helligkeit und seine Farben. Außerdem ist es möglich, ein zusammengesetztes Bild für jede der beobachteten Farben zu erhalten. Für Galaxien gibt es weitere Informationen wie ihre Helligkeit für verschiedene Blendengrößen und Seeing-Bedingungen.

Im nächsten Jahr soll dann ein zweiter Datensatz freigegeben werden, der diese Informationen für jede einzelne Epoche zur Verfügung stellt und es allen Nutzern ermöglicht, auf die einzelnen Bilder für jede Beobachtungsreihe zuzugreifen. Die vollständige Datenbank enthält Informationen über jeden einzelnen Schnappschuss, den Pan-STARRS von einer bestimmten Region am Himmel aufgenommen hat. (red, 19. 12. 2016)

  • Die Ansicht des gesamten Himmels, der vom Pan-STARRS Observatorium auf Hawaii sichtbar ist, ist das Ergebnis einer halben Million Aufnahmen.
    foto: danny farrow, pan-starrs1/mpe

    Die Ansicht des gesamten Himmels, der vom Pan-STARRS Observatorium auf Hawaii sichtbar ist, ist das Ergebnis einer halben Million Aufnahmen.

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