Flüchtlinge auf Chios protestieren gegen Zustände im Camp

19. Dezember 2016, 14:42
57 Postings

Seit Tagen gebe es weder Strom noch eine ausreichende Wasserversorgung

Athen – Aus Protest gegen die schlimmen Zustände in ihrem Lager sind Dutzende Flüchtlinge auf der griechischen Insel Chios in einen Hungerstreik getreten. "Wir sind Menschen, keine Tiere", stand auf Plakaten, die sie am Montag hielten, berichtete das Nachrichtenportal von Chios, "Politis".

Die Polizei sperrte das Camp von Souda ab, berichteten Augenzeugen. Die meisten Demonstranten sollen aus Afghanistan, Pakistan und nordafrikanischen Staaten stammen.

In dem Camp, das in einem Graben vor der mittelalterlichen Stadtmauer in der Altstadt von Chios liegt, gibt es seit zehn Tagen keinen Strom. Die Reparaturen ziehen sich in die Länge. Auch die Wasserversorgung sei problematisch, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Polizei weiter.

Auf Chios leben nach Angaben des griechischen Flüchtlingskrisenstabs mehr als 3.800 Flüchtlinge, knapp vier Mal so viele, wie Plätze vorhanden sind. Sie versuchen, Asyl zu beantragen, um nicht in die Türkei zurückgeschickt zu werden.

Ein im April in Kraft getretener Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht unter anderem vor, dass alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln und damit in die EU kommen, zurückgeschickt werden können. (APA, red, 19.12.2016)

  • Das Camp Souda auf Chios.
    foto: apa / afp / louisa gouliamaki

    Das Camp Souda auf Chios.

    Share if you care.