591 Menschen sollen seit 2010 in Polizeigewahrsam in Indien gestorben sein

19. Dezember 2016, 12:09
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Folter und Misshandlungen sind laut Human Rights Watch die häufigsten Todesursachen, Polizisten würden aber nicht zur Verantwortung gezogen

Neu-Delhi – 591 Menschen sollen in den vergangenen sechs Jahren in Indien in Polizeigewahrsam gestorben sein. Dieses Ergebnis beklagt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in einer am Montag veröffentlichten Studie. Die häufigsten Todesursachen waren demnach Folter und andere Misshandlungen. Polizisten werden nicht zur Verantwortung gezogen, heißt es in dem Bericht.

In dem Untersuchungszeitraum von 2010 bis 2015 soll kein einziger Polizist wegen des Todes eines Menschen in Gewahrsam verurteilt worden sein. Laut dem Bericht soll die Polizei vor allem Selbstmord und Krankheit als Todesursache der Häftlinge angeben. Die Menschenrechtsorganisation beklagte die fehlende Strafmaßnahme: "Die indische Polizei wird nur dann lernen, dass es nicht akzeptabel ist, Verdächtige mit Schlägen zu Geständnissen zu zwingen, wenn die Täter wegen Folter belangt werden", sagte die Südasien-Chefin der Organisation, Meenakshi Ganguly. (APA, 19.12.2016)

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