"Atom-Staubsauger": Die größten Fehlprognosen der IT-Branche

    19. Dezember 2016, 10:27
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    IT-Koryphäen lagen mit ihren Vorhersagen schon öfters peinlich daneben, etwa Microsofts Steve Ballmer mit seiner Häme über iPhones

    Das iPhone wird ein Misserfolg, ist sich Steve Ballmer sicher: Es sei das "teuerste Telefon der Welt", und habe keine Tastatur, weshalb es "keine besonders gute Mail-Maschine" sei. Der damalige Microsoft-Chef lag falsch – und kostete seinem Unternehmen mit der Fehleinschätzung wohl Milliarden Dollar. Nach wie vor ist Microsoft am Smartphone-Markt weit hintnach.

    Gates: "Spam in zwei Jahren erledigt"

    Doch Ballmer ist keineswegs allein, was miserable Prognosen anbelangt. Auch sein Vorgänger als Microsoft-Chef, dessen Gründer Bill Gates, haute schon öfters daneben. 2004 prophezeite er, dass Spam-Mails "in zwei Jahren" kein Problem mehr sein würden. 2002 glaubte Gates, dass das "Tablet in den USA die beliebteste Form eines PCs" sein werde. Doch erst Apple brachte 2010 mit dem iPad Schwung in den Markt, und von einem Überholen der klassischen Standrechner und Laptops ist das Tablet noch weit entfernt.

    "Apple ist tot"

    Apropos Apple: Steve Jobs hat mit iPhone und iPad zwar bewiesen, dass er eigentlich den richtigen Riecher für Zukunftstrends besitzt, doch auch Jobs lehnte sich mit einigen Aussagen zu weit aus dem Fenster. So meinte Jobs 2003, dass das "Abonnementmodell für den Kauf von Musik gescheitert ist". Mittlerweile hat Apple unter Jobs Nachfolger Tim Cook ein eigenes Abomodell für Musik eingeführt, da Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer und Konsorten dem Apple-Angebot iTunes das Wasser abgruben.

    Apple selbst wurde bereits von der Konkurrenz für erledigt erklärt. "Apple ist bereits tot", sagte Nathan Myhrvold, Microsoft-Manager, im Jahr 1997. Mittlerweile ist der IT-Konzern einer der wertvollsten der Welt, während Microsoft selbst sich bis vor kurzem im Abstieg begriffen sah.

    "Bedarf für fünf Computer weltweit"

    Wie eine Zusammenstellung von PCWelt zeigt, haben derartige Fehlprognosen in der IT-Branche Tradition. Legendär ist etwa der 1943 von IBM-Chairman Thomas Watson getätigte Spruch, es gebe weltweit Bedarf für "fünf Computer". Seine Firma wird dankbar sein, dass dem nicht so war. Western Union kritisierte 1876 das Telefon, das man "nicht ernsthaft" für Kommunikation in Erwägung ziehen könnte. Auch Kommunikationssatelliten wurde der Daseinszweck abgesprochen, etwa 1996 vom Chef der US-Regulierungsbehörde FCC.

    Atom-Staubsauger

    Mitunter kann die Menschheit aber durchaus froh sein, dass einige Prognosen nicht eingetroffen sind. So sorgte Alex Lewyt, Chef der Lewyt Corp Vacuum Company, einst mit einer laut PCWelt "grusligen" Vorhersage für Aufregung: Er prophezeite, dass in wenigen Jahren "Staubsauger, die durch Kernkraft angetrieben werden" Realität werden – und zwar bereits im Jahr 1955. Das Mini-Atomkraftwerk in den eigenen vier Wänden blieb uns aber bisher erspart. (red, 19.12.2016)

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    PCWelt

    • Die ehemaligen Microsoft-Chefs Steve Ballmer (links) und Bill Gates sind selbst für fatale Fehlprognosen berüchtigt
      foto: ap/warren

      Die ehemaligen Microsoft-Chefs Steve Ballmer (links) und Bill Gates sind selbst für fatale Fehlprognosen berüchtigt

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