"Kostenloses" Java SE: Oracle will Geld von Unternehmen sehen

19. Dezember 2016, 10:03
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Viele Firmen übersehen "kommerzielle Features" – Schon bald dürfte unerfreuliche Post von Oracle anstehen

Sechs Jahre nach der Übernahme von Java-Erfinder Sun sucht Softwarehersteller Oracle nun offenbar nach neuen Methoden, um den einstigen Kauf nachträglich zu vergolden. Laut einem aktuellen Bericht von The Register, hat das Unternehmen Kontakt mit einer Reihe von Unternehmen aufgenommen, um zusätzliche Lizenzzahlungen einzufordern.

Lizenzbedingung

Grundlage der neuen Ansprüche ist die mit Java SE einhergehende Lizenzvereinbarung. Die Software mag zwar Open Source und auch kostenlos herunterladbar sein, das bedeutet aber noch nicht, dass auch deren Nutzung generell ohne Zahlungen an Oracle erlaubt ist. Während Privatnutzer hier nichts zu fürchten haben, muss sich so manches Unternehmen auf gehörige Forderungen von dem Java-Rechteinhaber einstellen.

In den "zusätzlichen Lizenzbedingungen" von Java SE ist die Sprache von "kommerziellen Features", die zwar in dem freien Download enthalten sind, die aber nur nach einer zusätzlichen Lizenzierung auch in kommerziellen Produkten genutzt werden dürfen. Dazu gehören laut Oracle etwa die Java Mission Control, die für das Monitoring zuständig ist, oder auch die Advanced Management Console die für die Administration der Desktop-Installationen zuständig ist. Ebenfalls auf der Liste: Der MSI Enterprise Installer und das JRE Usage Tracking.

Unvermutet

Vielen Unternehmen dürften diese Einschränkungen nicht bewusst sein, haben Sun beziehungsweise infolge Oracle diese doch bisher nicht durchgesetzt. Und diese dürfen sich nun zum Teil auf gehörige Nachzahlungen einstellen. So berichtet The Register etwa von einem größeren Unternehmen, von dem Oracle zunächst 100.000 US-Dollar Nachzahlung eingefordert hat, schlussendlich haben man sich dann auf 30.000 US-Dollar geeinigt.

Craig Guarente, Gründer von Palisade Compliance, geht davon aus, dass die aktuellen Oracle-Forderungen erst der Anfang sind. Im kommenden Jahr werde das Unternehmen die Einforderung von Java-SE-Lizenzgebühren verschärfen, zeigt sich der Chef des auf Management von Oracle-Lizenzen spezialisierten Unternehmens überzeugt. (apo, 19.12.2016)

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