Doku "Hypotopia" in ORF 2: Hypo und Verantwortung

19. Dezember 2016, 07:00
33 Postings

Filmemacher Gerald Igor Hauzenberger will den Verflechtungen zwischen der Bank, der Politik und Lobbyisten auf den Grund gehen

Es ist kompliziert. Das Debakel rund um die Hypo Alpe Adria ist schwer zu durchschauen. Wer hat wen wann geschmiert? Wer hat wann was gewusst? Und wer trägt die Verantwortung für das Milliardengrab Hypo, das den Steuerzahler zwischen acht und 15 Milliarden Euro kostet? 20 Monate dauerte der Untersuchungsausschuss im Parlament, im Oktober 2016 wurde er offiziell beendet. Fragen blieben viele offen.

Filmemacher Gerald Igor Hauzenberger begibt sich in Hypotopia auf die Suche nach den Verantwortlichen und will Verflechtungen zwischen der Bank, Politik, Lobbyisten auf den Grund gehen. Ein Unterfangen, das Hauzenberger und seinem Team gut gelingt. Die Stärke des Films ist, dass er die Causa Hypo auch für Nichtauskenner in 90 Minuten nachvollziehbar macht. Neben zahlreichen Politikern interviewt er auch den zu einer Haftstrafe verurteilten Ex-Vorstandsvorsitzenden der Hypo Alpe Adria-Bank. Wolfgang Kulterer heischt schon fast schon um Mitleid und jammert über seine Privatinsolvenz. "Ich darf nie wieder etwas besitzen in meinem Leben."

Besonders erhellend sind die Szenen mit Domagoi Margetic. Der kroatische Journalist recherchiert schon lange zu den Machenschaften der Bank und den Verbindungen zur kroatischen Regierung. Das ist manchen nicht recht, er saß dafür schon öfter im Gefängnis. Schon früh hat er Behörden in Österreich auf Ungereimtheiten aufmerksam gemacht, interessiert hat es lange niemanden.

Der Film hätte sich einen Platz im ORF-Hauptabend verdient, in der ORF-TVthek ist er noch eine Woche abrufbar. (Astrid Ebenführer, 19.12.2016)

  • "Hypotopia – die Suche nach Verantwortung".
    foto: orf/allegro film/markus szyszkowitz

    "Hypotopia – die Suche nach Verantwortung".

Share if you care.