Weihnachtslichter: Von der Garage in die Welt

19. Dezember 2016, 14:00
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Vor 20 Jahren startete Klaus Mark MK Illumination als Ein-Mann-Betrieb in einer Garage. Heute beleuchten er und sein Zwillingsbruder zu Weihnachten Städte in 30 Ländern

Innsbruck – Weihnachten, das Fest der Familie. Im Falle der eineiigen Tiroler Zwillinge Klaus und Thomas Mark (47) ist es auch das Geschäft der Familie. 1996 tingelte Klaus Mark noch mit einem Koffer voller Dekorationsmittel durch die Tiroler Lande. Er versuchte, Hoteliers von der Notwendigkeit festlicher Weihnachtsbeleuchtung zu überzeugen. Ein damals noch kaum entwickelter Markt. Doch Mark war vom Potenzial überzeugt und machte sich selbstständig, als erster Firmensitz diente eine Garage im Örtchen Weer.

Die Gebrüder Mark hatten sich den perfekten Zeitpunkt für ihren Einstieg in das Geschäft mit der Weihnachtsbeleuchtung ausgesucht. Denn kurz nach der Jahrtausendwende startete mit dem Aufkommen der LED-Technik ein wahrer Boom in Sachen Illuminierung. Heute beschäftigen sie 400 Mitarbeiter und betreiben als Weltmarktführer 30 internationale Niederlassungen. Lag der Umsatz 2011 noch bei 47 Millionen Euro, so rechnet man 2016 bereits mit 80 Millionen Euro.

Kurzer Zeitraum erfordert effiziente Planung

"Wir haben drei Monate fürs Geschäft. Das ist nicht einfach für die Planung, wir arbeiten längst an den Projekten für 2017", erklärt Thomas Mark. 80 Prozent des Umsatzes werden über klassische Weihnachtsbeleuchtung erwirtschaftet, die restlichen 20 Prozent entfallen auf "festliche Lichtinstallationen", etwa in islamischen Ländern wie Ägypten, Dubai oder der Türkei. "Unser Geschäft ist damit irgendwie auch ein Beitrag zur Völkerverständigung", philosophiert Mark. 2017 nehmen die Gebrüder Mark die USA ins Visier. Ein schwieriger Markt, weil man dort zwar gern beleuchtet, aber auf qualitativ minderwertige Leuchten setzt.

Der wirtschaftliche Fokus von MK Illumination liegt noch in Europa. Hier inszenieren die Experten aus Tirol ganze Städte. Wie etwa das italienische Salerno, südlich von Neapel. "Das Städtchen ist eine klassische Sommerdestination. Der Bürgermeister wollte eine Attraktion für die Wintermonate", erinnert sich Mark an den Beginn des Erfolgsprojekts. Heute zählt das Festival Luci d’artista von Salerno, das alljährlich von November bis Jänner stattfindet, knapp fünf Millionen Besucher. Die 27 Kilometer lange Lichtinstallation wird von MK Illumination entworfen und umgesetzt.

foto: mk illumination
Die Italiener mögen es bunt, auch bei der Weihnachtsbeleuchtung, ...

Wobei die Vorstellungen von festlicher Beleuchtung je nach Kulturkreis variieren: "Die Italiener mögen es bunt und animiert, während es die Skandinavier gern elegant und klar haben."

foto: mk illumination
... die Skandinavier setzen dagegen auf Schlichtheit.

Dieses über die Jahre gesammelte Wissen um die Präferenzen der jeweiligen Kunden fließt in die Entwicklung ein. "Wir produzieren alles selbst", sagt Thomas Mark. MK Illumination kauft nur die LED zu und setzt bei den Leuchtinstallationen beispielsweise auf Recycling. So kommen in der Organic-Line vornehmlich alte PET-Flaschen zum Einsatz.

Obwohl die Zwillinge mittlerweile das halbe Jahr in weihnachtlicher Mission um den Globus reisen, halten sie am Firmensitz Innsbruck fest. Die Landeshauptstadt wird natürlich ebenfalls von MK llumination in Szene gesetzt: "Bis 2003 habe ich noch selber die Beleuchtung montiert. Damals war das eine dunkle Stadt, und heute herrscht hier zu Weihnachten eine traumhafte Atmosphäre." (Steffen Arora, 19.12.2016)

  • Die Innsbrucker Innenstadt leuchtet zu Weihnachten in festlichem Glanz. Hinter der Illumination stehen die Brüder Klaus und Thomas Mark, die einst in einer Garage in Weer begonnen haben.
    foto: mk illumination

    Die Innsbrucker Innenstadt leuchtet zu Weihnachten in festlichem Glanz. Hinter der Illumination stehen die Brüder Klaus und Thomas Mark, die einst in einer Garage in Weer begonnen haben.

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