Dutzende Soldaten bei IS-Anschlag im Jemen getötet

18. Dezember 2016, 13:21
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Mindestens 48 Armeeangehörige durch Selbstmordanschlag in den Tod gerissen

Sanaa – In der südjemenitischen Hafenstadt Aden hat Sonntag früh ein Selbstmordattentäter mindestens 48 Soldaten mit in den Tod gerissen. Zuvor war von mindestens 30 Toten berichtet worden. Mindestens 60 weitere wurden nach Behördenangaben verletzt.

Später am Sonntag bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) über ihr Sprachrohr "Amak" zu dem Anschlag. Das Attentat ereignete sich, als die Soldaten in der Nähe eines Militärstützpunkts auf die Auszahlung ihres Solds warteten. Nicht weit davon entfernt waren vor einer Woche bei einem IS-Anschlag 50 Soldaten getötet worden.

Im Jemen tobt ein erbitterter Bürgerkrieg zwischen Anhängern der vom Iran unterstützten schiitischen Houthi-Rebellen und Gruppen, die der international anerkannten Regierung nahestehen. Aden ist die provisorische Hauptstadt des verarmten arabischen Landes, da sich die eigentliche Hauptstadt Sanaa und große Landesteile unter Kontrolle der Rebellen befinden. Diese werden von einem von Saudi-Arabien geführten Militärbündnis sunnitischer Staaten bekämpft, die den Einfluss des Iran in der Region zurückdrängen wollen. Im Jemen haben radikale Islamistengruppen wie der IS und Al-Kaida Fuß gefasst und verüben immer wieder Anschläge mit vielen Todesopfern.

Nach UN-Angaben wurden seit Beginn der saudischen Luftangriffe auf die Houthis mehr als 7.000 Menschen getötet. Die humanitäre Situation im Jemen ist katastrophal. Mehr als 14 Millionen Menschen leiden unter Nahrungsmittel- und Wasserknappheit – das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung. In der Hauptstadt Sanaa waren Cholerafälle gemeldet worden. Zudem mussten Millionen Menschen im Land aus ihren Häusern in andere Landesteile fliehen.

Diplomatische Vermittlungsversuche waren in der Vergangenheit immer wieder gescheitert. Zuletzt lief eine brüchige Waffenruhe zwischen Houthis und Regierung aus, ohne dass weitere Gespräche vereinbart wurden. (APA, Reuters, 18.12.2016)

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