Hütter holt Platz zwei in der Abfahrt

17. Dezember 2016, 11:21
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Erlösung für Österreichs Skidamen nach langer Negativserie – Dritter Abfahrts-Sieg in Serie für Slowenin Stuhec

Val d'Isere –Ilka Stuhec hat als erste Rennläuferin seit Lindsey Vonn die ersten drei Saison-Abfahrten im Weltcup gewonnen und bleibt die Sensation des WM-Winters. Die 26-jährige Slowenin siegte Samstag in Val d'Isere 0,28 Sek. vor Cornelia Hütter, die vor vier Italienerinnen damit im elften Saisonrennen endlich die Podestlosigkeit der ÖSV-Damen beendete. Sofia Goggia schaffte ihren 6. Saison-Stockerlplatz.

Stuhec hatte in der Rücktritts-Saison ihrer erfolgreichen Landsfrau Tina Maze Anfang Dezember noch etwas unerwartet beide Abfahrten in Lake Louise gewonnen und am Freitag mit dem Sieg in der Kombination von Val d'Isere nachgelegt. Wie in Kanada sind der Allrounderin mit Vorliebe für die Abfahrt damit nun auch in Frankreich zwei Siege an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gelungen. Am Sonntag folgt noch ein Super-G.

Durchhaltevermögen

Stuhec hat mit ihrem Sieg in Hochsavoyen auch wie üblich eine Kuh gewonnen. "Es geht sensationell derzeit. Ich bin einfach so voller Selbstvertrauen", erklärte die aktuelle Seriensiegerin aus Maribor. Die dreifache Junioren-Weltmeisterin ist an sich schon seit 2007 im Weltcup dabei, nach einigen schweren Verletzungen und langen Absenzen ist ihr aber erst jetzt der Durchbruch gelungen.

Unter anderem, weil man zuletzt sehr viel mit den Herren trainiert habe, erklärte Stuhec, deren Mutter Darja auch ihre Ski-Servicefrau ist. Ein zweiter Grund ist der erfolgreiche Wechsel auf die Ski-Marke (Stöckli), mit der auch Maze ihre großen Erfolge gefeiert hat.

Hütter sorgte trotz eines kapitalen Fehlers für den ersten Saison-Podestplatz von Österreichs Alpinski-Damen. Die 24-jährige Steirerin führte auch ein gutes Mannschaftsergebnis mit vier Läuferinnen in den Top elf an. Zweitbeste war überraschend die 22-jährige Vorarlbergerin Christine Scheyer, die in ihrer erst dritten Weltcup-Abfahrt unmittelbar vor Ramona Siebenhofer und Stephanie Venier Platz neun belegte.

Erleichterung

"Die Erleichterung ist riesengroß. Jetzt bekommt man endlich wieder andere Fragen gestellt", verwies Hütter auf das Krisengerede der vergangenen Wochen im von Rücktritten und prominenten Ausfällen geschwächten ÖSV-Damenteam. Die Steirerin selbst hatte nach einer Schuhrandprellung im Herbst lange pausieren müssen und in Kanada bei einem schweren Trainingssturz ihren Einser-Rennski zerstört. Ein innerfamiliärer Todesfall drückte in Frankreich zudem auf die Stimmung.

"Zuletzt war es wirklich zäh, denn der Grundspeed hat einfach gefehlt", erklärte Hütter, dass erst dank "rauchender Köpfe" ein neuer guter Rennski heraus getestet worden sei. "Es ist für den Kopf nicht einfach, wenn du weißt, dass der beste Ski weg ist."

Österreichs Speed-Damen lieferten erstmals auch mannschaftlich ein gutes Ergebnis ab. Am meisten strahlte Scheyer. "Ich habe schon in der Kombi gemerkt, dass mir die Strecke liegt. Es ist sensationell, dass ich das nun bestätigt habe", freute sich die Vorarlbergerin. Ramona Siebenhofer war als Zehnte nicht ganz happy. "Ich wollte alles zerreißen, der Plan hat sich aber schnell in Luft aufgelöst. Trotzdem. Ich weiß, ich habe es drauf", betonte die Steirerin.

Ob Stuhec in Frankreich gar das Triple schafft? "Ich hoffe auf ein ähnlich gutes Ergebnis", gab sich die Slowenin forsch. "Ich hoffe, ich kann das gute Gefühl und das Selbstvertrauen noch länger behalten."

Zweiter aktueller Shooting-Star im Damen-Weltcup ist Sofia Goggia. Die Italienerin schaffte als Abfahrts-Dritte ihr bereits sechstes Saison-Podest und ist in der Gesamtwertung hinter Shiffrin Zweite. "An Stockerplätze gewöhnt man sich nie. Man muss immer hungrig bleiben", sagte die derzeit Beste des sensationell starken Teams der Italienerinnen, die auch in der Mannschaftswertung führen. (APA, red, 17.12.2016)

Ergebnis Damen-Abfahrt Val d'Isere

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    Cornelia Hütter hat den Bann gebrochen.

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    Eine saubere Fahrt.

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