Universität Mozarteum: Neuwahl des Rektors geplatzt

16. Dezember 2016, 15:39
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Keine Einigung auf einen Dreiervorschlag in der Findungskommission – Stelle wird im Jänner neu ausgeschrieben

Salzburg – Die Neuwahl eines Rektors für die Salzburger Kunstuniversität Mozarteum ist am Freitag geplatzt. Da absehbar war, dass sich die Findungskommission nicht auf einen Dreiervorschlag einigen kann, und wegen Verfahrensmängel wurde das Ausschreibungsverfahren abgebrochen. Die Funktion soll nun mit Jahresbeginn noch einmal ausgeschrieben werden, teilte das Mozarteum Freitagnachmittag mit.

Gescheitert ist das Verfahren heute vor allem deshalb, weil sich die Findungskommission nicht auf einen Dreiervorschlag einigen konnte. Diese Kommission setzt sich aus der Vorsitzenden des Universitätsrates Viktoria Kickinger und dem Senats-Vorsitzenden Hansjörg Angerer zusammen, der Professor für Horn und Abteilungsleiter Blas- und Schlaginstrumente ist. Kickinger hat zwar in der Vorwoche ihren Vorschlag an Angerer übermittelt. Doch dieser hatte darauf nicht reagiert, weshalb sich schon abzeichnete, dass es keine Einigung geben wird.

Neuausschreibung

Nun wird also neu ausgeschrieben. Das ist laut Universitätsgesetz aber erst nach Ablauf der Frist zur Erstellung eines Dreiervorschlages durch die Findungskommission im laufenden Ausschreibungsverfahren möglich. Diese Frist endet am 4. Jänner 2017. Der Universitätsrat wird daher am 5. Jänner 2017 die Neuausschreibung beschließen und in die Wege leiten. Mit der Veröffentlichung der Ausschreibung ist noch im Jänner 2017 zu rechnen. Die Leitung der Universität geht ab 1. Jänner 2017 auf die derzeitige Vizerektorin Sarah Wedl-Wilson und den derzeitigen Vizerektor Mario Kostal über.

Auslöser der Rektorensuche war die Beurlaubung und der anschließende Rückzug des Rektors Siegfried Mauser. Mauser, der erst seit Oktober 2014 an der Spitze des Mozarteums gestanden war, ließ sich im Frühjahr beurlauben, nachdem er in München wegen sexueller Nötigung einer Professorin angeklagt worden war. Nach seiner Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten wurde sein Dienstverhältnis an der Salzburger Kunstuniversität einvernehmlich aufgelöst. Seit April 2016 leitete Brigitte Hütter die Kunstuniversität interimistisch. Doch sie wechselt mit Jahreswechsel an die Johannes Kepler Universität in Linz. Ihre Verabschiedung im Mozarteum fand übrigens heute, Freitag, am Nachmittag statt.

Für die nun geplatzte Neuwahl waren zuletzt vier Kandidaten im Rennen: Heinrich Magometschnigg, derzeit Ärztlicher Leiter des Landeskrankenhauses Salzburg, Anselm Rose, Intendant verschiedener Orchester, Reiner Schuhenn, früherer Rektor der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, sowie Susana Zapke, Vizerektorin der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. (APA, 16.12.2016)

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