Trivago tut sich bei Börsengang schwer

16. Dezember 2016, 14:55
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Ausgabepreis wurde unterhalb der Zeichnungsspanne festgesetzt

New York – Enttäuschung für Trivago: Der Börsengang der Hotel-Suchmaschine in New York fällt deutlich kleiner aus als erhofft. Statt der geplanten gut 400 Mio. Dollar nimmt das deutsche Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf nur 287 Mio. Dollar (275,5 Mio. Euro) ein. Der Ausgabepreis für die Anteilsscheine (ADS) wurde mit elf Dollar unterhalb der Preisspanne festgesetzt, die von 13 bis 15 Dollar reichte.

Zudem bekam Trivago nicht alle angebotenen Aktien los. An diesem Freitag werden die Papiere zum ersten Mal an der Technologiebörse Nasdaq gehandelt. Anleger hatten sich skeptisch gezeigt: Sie argwöhnten, dass das Geschäft von Trivago zu stark von der amerikanischen Muttergesellschaft Expedia und einigen anderen Kunden abhängig ist.

Denn Expedia ist zugleich einer der größten Trivago-Kunden: Der Internet-Reiseanbieter (Travelocity, Hotwire) sorgte bis Ende September allein für 35 Prozent des Umsatzes von Expedia. Für weitere 43 Prozent zeichnete der Rivale Priceline (Booking.com) verantwortlich. Zugleich versuchen immer mehr Hotels die Kunden auf ihre eigenen Buchungsseiten umzuleiten, damit sie sich die Provisionen an die Suchmaschinen ersparen. Die Aktie des Trivago-Konkurrenten Tripadvisor war in den vergangenen Monaten angesichts eines schwächer werdenden Wachstums abgebröckelt.

Einstieg 2012

Expedia war 2012 für 477 Mio. Euro mit 62 Prozent bei Trivago eingestiegen. Die Gründer hatten knapp ein Viertel der Anteile behalten. Die 2005 in Düsseldorf gegründete Firma gilt als eines der erfolgreichsten deutschen Start-ups der vergangenen zehn Jahre. Die Suchmaschine erlaubt es Nutzern, die günstigsten Angebote von zahlreichen Buchungsportalen zu finden.

Für Börsengänge war 2016 ein schwaches Jahr, in den USA war es – auch angesichts der Unsicherheit um die Präsidentenwahlen – das schwächste seit 2009. Die Zahl der Emissionen und die Erlöse sanken dort jeweils um mehr als ein Drittel. Vor allem junge Technologiefirmen hatten es schwer. (APA/Reuters, 16.12.2016)

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