Heumarkt-Turm: Neos fordern Volksabstimmung

16. Dezember 2016, 12:37
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Bürgerentscheid zur Waldschlößchenbrücke in Dresden als Vorbild

Wien – Die Neos fordern eine Volksabstimmung über die Umgestaltung des Wiener Heumarkt-Areals. Sie stünden den überarbeiteten Plänen zwar positiv gegenüber, angesichts "der Ambivalenz des Projekts" sei aber eine Legitimation der Durchführung oder Nichtdurchführung durch die Bürger angebracht, sagte ein Sprecher am Freitag zur APA.

Einen entsprechenden Beschlussantrag der Neos wird es heute auch im Gemeinderat geben. "Die Aberkennung des Weltkulturerbe-Status, den eine Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes durch den Gemeinderat möglicherweises nach sich zieht, hätte eine Tragweite, die weit über lokale Interessen hinausgeht", heißt es in dem Antrag.

Im Zuge der Volksabstimmung solle eine breite Diskussion über die Vor- und Nachteile des Status Unesco-Weltkulturerbe und die Neugestaltung des Heumarkts stattfinden.

Als Beispiel für einen ähnlichen Vorgang nennen die Neos die Waldschlößchenbrücke in Dresden. Deren Bau, der schlussendlich zur Aberkennung des Weltkulturerbes Dresden führte, sei durch einen Bürgerentscheid legitimiert gewesen.

Tourismusverband fürchtet Welterbe-Aus nicht

Sollte die Wiener Innenstadt tatsächlich durch das Heumarkt-Projekt das Prädikat Weltkulturerbe verlieren, wäre dies bedauerlich – aber ohne Auswirkungen auf den Tourismus. Davon zeigte sich am Freitag Tourismusdirektor Norbert Kettner in einer Aussendung überzeugt. Er verwies auf Einschätzungen der Unesco selbst, wonach bekanntere Orte in so einem Fall nicht mit einem Rückgang zu rechnen haben.

Wien zähle wohl zu diesen, befand Kettner: "Lebensart, Kunst, Kultur, Architektur und ein intaktes Stadtbild zählen zu den Markenzeichen der Stadt, die heuer von Jänner bis Oktober erneut einen vierprozentigen Nächtigungszuwachs verzeichnete." Dass man mit dem historischen Erbe auch für künftige Generationen achtsam umzugehen habe, nicht zuletzt auch, um eine attraktive Destination für Reisende zu bleiben, stehe "völlig außer Frage".

Er gab jedoch zu bedenken: "Ohne eine qualitätsvolle – auch architektonische – Weiterentwicklung der Stadt weist man seinem eigenen Erbe nur noch musealen Wert zu und untergräbt damit dessen wichtige Bedeutung in einer sich entwickelnden und stark wachsenden Stadt." Kettner bedauerte, dass sich die Architekturdiskussionen der vergangenen Jahre zunehmend und "mit oft starker Erbitterung" weg von einer Qualitäts- hin zu einer reinen Epochen- und Höhendiskussion entwickelt hätten. (APA, 16.12.2016)

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