Grüne fordern mehr Geld für Schüler mit Sonderförderbedarf

16. Dezember 2016, 11:58
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Umschichtung der Gelder sei aus Sicht des Bildungssprechers Walser und der Behindertensprecherin Jarmer ausreichend, Ministerin Karmasin müsse Konzept vorlegen

Wien – Die Grünen fordern mehr Geld für Schüler mit Behinderung. Bildungssprecher Harald Walser und Behindertensprecherin Helene Jarmer kritisierten am Freitag die Pro-Kopf-Förderung beim Ausbau der Ganztagsschulen, dieses "Gießkannenprinzip" werde den unterschiedlichen Bedürfnissen nicht gerecht. Aus ihrer Sicht hätte es gereicht, von den beschlossenen 750 Millionen Euro rund 20 Millionen Euro umzuschichten.

Von Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) fordern die Grünen bis Ende 2017 eine Strategie für die Gleichberechtigung von behinderten und nicht-behinderten Kindern. Österreichweit seien noch immer über 35 Prozent der 30.700 Pflichtschüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Sonderschulen, der Rest wird in Integrationsklassen unterrichtet.

Modellregionen seien "Hohn"

Sonderschulen gebe es in vielen Ländern nicht mehr und seien "Einrichtungen, die von nicht wenigen als menschenrechtwidrig angesehen werden", sagte Walser in einer Pressekonferenz. Die Modellregionen für Inklusion in Österreich – Kärnten, Steiermark und Tirol – seien ein "weiterer Hohn", weil dafür keine zusätzlichen Gelder zur Verfügung gestellt würden.

Walser und Jarmer verwiesen auf die skandinavischen Länder und auf Südtirol. In Südtirol funktioniere der individuelle Anspruch auf Förderung vorbildhaft, selbst in kleinsten Orten, so Walser. Dort würden die Eltern vor der Einschulung die Schule informieren und dann festgelegt, was das kostet. Schüler hätten gesetzlich verankert das Recht, im Heimatort mit geeigneten Mittel unterrichtet zu werden.

Jarmer nannte – als Beispiel für den Nachholbedarf hierzulande – eine niederösterreichische Mutter, die ihr Kind mit Down-Syndrom in eine Sonderschule geben musste, weil dorthin der Fahrtendienst, im Gegensatz zu einer anderen Schule, kostenlos angeboten wurde. Im Wohnort sei das Kind mit Verweis auf die zu geringen Ressourcen abgelehnt worden. (APA, 16.12.2016)

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