Nickelschmuck: Immer mehr Menschen leiden an Kontaktallergien

16. Dezember 2016, 11:45
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Wer an Weihnachten Schmuck verschenken will, sollte auf nickelhaltige Stücke verzichten. Der vermehrte Kontakt fördert die Sensibilisierung und löst Allergien aus

Edelmetalle für Schmuck werden häufig mit anderen, kostengünstigen Metallen wie Nickel vermischt. Dadurch wird der Schmuck günstiger und zum beliebten Weihnachtsgeschenk. Allerdings ist Nickel das weltweit häufigste Kontaktallergen. Das vermehrte Tragen von nickelhaltigem Modeschmuck wie Ringen, Ohrsteckern oder Piercings fördert die Sensibilisierung auf das Erdmetall. In der Folge leiden immer mehr Menschen unter Kontaktallergien, heißt es von der Europäischen Stiftung für Allergieforschung.

Zahlen aus Deutschland zeigen: Rund 15,5 Prozent der Erwachsenen haben eine Sensibilisierung für Nickel, unter den 13- bis 17-jährigen Jugendlichen sind es 12,4 Prozent. Frauen und Mädchen haben generell ein höheres Risiko, eine Nickelallergie zu entwickeln als Männer. Tatsächliche Beschwerden wie ein allergisches Ekzem aufgrund einer Allergie auf Nickel oder andere Stoffe entwickeln im Laufe ihres Lebens acht Prozent der Erwachsenen.

Typische Anzeichen einer Nickelallergie sind starker Juckreiz, Brennen oder Schmerzen, Rötung, Schwellung, Papeln und nässende Bläschen an der Kontaktstelle. Schuppung oder Verdickung der Haut können bei chronischem Kontakt auftreten.

Auf Nickel verzichten

Eine EU-Nickelrichtlinie legt fest, dass nickelhaltige Erzeugnisse, die unmittelbar und lange mit der Haut in Berührung kommen, nicht mehr als 0,5 Mikrogramm Nickel pro Quadratzentimeter pro Woche freisetzen dürfen, bei Piercings wurde die Freisetzungsgrenze für Erststecker auf 0,2 Mikrogramm pro Quadratzentimeter und Woche begrenzt. Ob diese Richtlinie allerdings die Verbreitung der Nickelallergie nachhaltig senken konnte, wird derzeit noch erforscht.

Die Europäische Stiftung für Allergieforschung rät daher, auf nickelhaltigen Schmuck – auch als Weihnachtsgeschenk – zu verzichten, weil dadurch Kontaktallergien aktiv vorgebeugt werden kann. Für Konsumenten hat die Stiftung daher einige Tipps für den Schmuck-Einkauf zusammengestellt:

  • Schmuck sollte nur bei einem Fachhändler gekauft werden.
  • Käufer sollten sich bestätigen lassen, dass der Schmuck zu 100 Prozent nickelfrei ist.
  • Schmuck aus Urlaubsländern sollte besondere Aufmerksamkeit gelten, denn nicht überall wird die Einhaltung von Vorschriften für den Nickelgehalt auch kontrolliert.
  • Besser auf Feingold, Platin oder Titan zurückgreifen, sie verursachen praktisch keine Beschwerden.
  • Kinder oder Jugendliche, bei denen bereits Allergien vorhanden sind, sollten keinen Ohrschmuck tragen oder, wenn es nicht zu vermeiden ist, Erststecker aus Titan oder Platin benutzen, um das Risiko einer Sensibilisierung auf Nickel zu verringern.
  • Für Piercings ein 100 Prozent nickelfreies Material wie Titan benutzen.

Nickelgehalt selbst testen

Wer nicht sicher ist, ob sein Schmuck Nickel enthält, kann ihn auch selbst testen. Apotheken bieten Stäbchen für einen Schnelltest an, der nachweist, ob ein Produkt wesentliche Mengen Nickelpartikel abgibt, so die Stiftung für Allergieforschung. Der Nachweis erfolgt über eine Farbreaktion auf dem Teststäbchen. Extrem kleine Mengen unterhalb des gesetzlichen Grenzwerts zeigt dieser Schnelltest jedoch nicht an. (red, 16.12.2016)

  • Vor allem Kinder mit Allergien sollten nickelfreie Erststecker tragen.
    foto: wikipedia/eric magnan/(CC-Lizenz)

    Vor allem Kinder mit Allergien sollten nickelfreie Erststecker tragen.

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