Hypo-Skandal: Die Genese eines Debakels am Sonntag im ORF

16. Dezember 2016, 09:38
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"Hypotopia – die Suche nach Verantwortung" blickt Sonntag um 23.05 Uhr auf ORF 2 hinter die Kulissen des größten Finanzskandals der österreichischen Nachkriegsgeschichte

Wien/Klagenfurt (APA) – Der Hypo-Untersuchungsausschuss ist zwar seit Monaten Geschichte. An diesem Sonntag (18. 12.) um 23.05 Uhr wird aber auf ORF 2 die Doku "Hypotopia – die Suche nach Verantwortung" ausgestrahlt. Der Fernsehfonds Austria förderte die Arbeit des Filmemachers Gerald Igor Hauzenberger für die Allegro Filmproduktionsgesellschaft mit 40.000 Euro. Die Herstellungskosten betrugen rund 160.000 Euro. Hauzenberger begleitete den Ausschuss und bereiste Orte von Hypo-Skandalprojekten.

Wie der U-Ausschuss geht die TV-Dokumentation der Frage nach, wie es zum wohl teuersten Finanzskandal der österreichischen Nachkriegsgeschichte kam. Die Sendung aus der Reihe "dok.film" blickt dafür hinter die Fassade des "Systems Hypo" – illegale Geschäfte, suspekte Politmachenschaften und Fehlinvestitionen.

Tätliche Angriffe

Hauzenberger bereitet das Desaster für "Hypo-Neulinge" sehr sehenswert auf. Sein 90-minütiger Film zeigt schon am Anfang das Spannungsfeld des U-Ausschusses zwischen dem Erkenntnisinteresse, den neuen Regeln der Untersuchung nach Minderheitenrecht und die hohen Erwartungen an die parlamentarische Aufklärung.

Domagoi Margetic, kroatischer Journalist und Kenner der Hypo-Affäre, Hauptprotagonist in der Dokumentation, ist erst in der laufenden Woche neuerlich wegen seiner Recherchen tätlich angegriffen worden, sagte Hautzenberger zur APA. Das zeigen auch aktuelle kroatische Medienberichte. Penibel genau erklärt Margetic etwa, wie die Hypo rund um das Hilltop-Projekt (https://www.aaaplatform.com/de/node/7397?search=1) auf Pag Kredite über Liechtenstein über die Piper-Gesellschaft vergab und Geschichten dahinter.

Ursprünglich kein Interesse

Die Hypo habe für "Gestrüpp und Schafsdreck" 40 Mio. Euro gezahlt– bei einem Schätzwert von 3 Mio. Euro, sagt Margetic. Kroatische Politiker seien um "einige Millionen reicher" geworden, während die Hypo gewusst habe, dass ihr das Land gar nicht gehöre. Auch die Rollen von Jörg Haider, Ivo Sanader oder auch Walter Wolff werden beleuchtet. Schon in den Jahren ab 2004 habe er, Margetic, jedem Parlamentsklub in Wien und einigen Ministerien seine Recherchen zukommen lassen, niemand habe sich ursprünglich interessiert. Die Grünen Rolf Holub und Peter Pilz hätten ihn schließlich doch für ein Treffen in Kroatien besucht.

Überbordend scheint die viele Zeit, die dem früheren Haider-Intimus Stefan Petzner im Film gewidmet wird. Da ist Margetic als Protagonist spannender, weil er viel mehr Pikantes zu erzählen hat, das hierzulande nicht so bekannt ist.

Aus dem Ausschussgeschehen werden in der Doku sogar Einvernahmen nachgesprochen. Schließlich sind Bild- und Tonaufnahmen während der Befragungen im U-Ausschuss verboten. Der inhaftierte Ex-Hypo-Chef Wolfgang Kulterer ließ sich persönlich interviewen. Schließlich sind Bild- und Tonaufnahmen während der Befragungen im U-Ausschuss verboten. (APA, 16.12.2016)

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