Österreich mit dritthöchster Inflationsrate in EU

16. Dezember 2016, 09:22
36 Postings

Hauptpreistreiber erneut Bewirtungsdienstleistungen, gefolgt von Mieten

Wien – Österreich verzeichnete im November mit einem Plus von 1,5 Prozent die dritthöchste Inflationsrate in der EU. Höher lag die Teuerung nur in Belgien (+1,7 Prozent) und Tschechien (+1,6 Prozent). Der Durchschnitt in EU und Eurozone machte je 0,6 Prozent aus, geht aus den am Freitag präsentierten jüngsten Zahlen von Eurostat hervor.

Sechs Staaten wiesen sinkende Inflationsraten auf. Das stärkste Minus fuhren Bulgarien und Zypern (je -0,8 Prozent) ein, vor Irland, Griechenland, Rumänien und Slowenien (je -0,2 Prozent).

Teure Mieten

Der bedeutendste Preistreiber im Jahresabstand war die Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels" (durchschnittlich +3,2 Prozent; Einfluss: +0,31 Prozentpunkte). Als ausschlaggebend dafür erwiesen sich teurere Bewirtungsdienstleistungen (insgesamt +2,8 Prozent; Einfluss: +0,25 Prozentpunkte). Beherbergungsdienstleistungen kosteten um 4,7 Prozent mehr.

In der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser, Energie" stiegen die Preise durchschnittlich um 1,4 Prozent (Einfluss: +0,25 Prozentpunkte). Wohnungsmieten erhöhten sich um 3,9 Prozent (Einfluss: +0,18 Prozentpunkte), die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich durchschnittlich um 0,9 Prozent. Haushaltsenergie verbilligte sich im Durchschnitt nur marginal (-0,2%), wobei fossile Brennstoffe im Preis nachgaben (Gas -2,7 Prozent, Heizöl -2,4 Prozent), Fernwärme (+1,5Prozent) und Strom (+1,4 Prozent) jedoch zulegten.

Zu den durchschnittlichen Teuerungen von 1,2 Prozent in der Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" (Einfluss: +0,14 Prozentpunkte) trugen vor allem Teuerungen bei Freizeit- und Kulturdienstleistungen (insgesamt +2,1 Prozent) bei. Zeitungen, Bücher und Schreibwaren kosteten durchschnittlich um 2,7 Prozent mehr.

Preise für Nahrungsmittel steigen

Die Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" verzeichnete einen durchschnittlichen Preisschub von 1,2 Prozent (Einfluss: +0,14 Prozentpunkte). Nahrungsmittel verteuerten sich insgesamt um 1,1 Prozent (Fleisch +2,1 Prozent Brot und Getreideerzeugnisse +1,5 Prozent Fisch +4,9 Prozent Obst +1,7 Prozent Milch, Käse und Eier insgesamt +0,3 Prozent, jedoch Gemüse -4,7 Prozent). Alkoholfreie Getränke kosteten um 2,0% mehr.

Moderat entwickelten sich die Preise in der Ausgabengruppe "Verkehr" (durchschnittlich +0,4 Prozent; Einfluss: +0,06 Prozentpunkte). Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 3,5 Prozent die Treibstoffpreise erwiesen sich im Jahresabstand (-0,3 Prozent) als nahezu preisstabil (Oktober +0,7%). Flugtickets ins Ausland kosteten um 4,5 vweniger (Oktober -11,1 Prozent).

Die Preise in der Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" gingen im Jahresabstand durchschnittlich um 1,0 Prozent zurück (Einfluss: -0,02 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren billigere Telefon- und Telefaxdienste (insgesamt -1,4 Prozent).

Inflation im Euro-Raum auf Höchststand seit April 2014

Die Inflation in der Euro-Zone ist auf das höchste Niveau seit rund zweieinhalb Jahren gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen im November um 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte und damit vorläufige Daten von Ende November bestätigte. Dies war zwar der dritte Anstieg in Folge, im Oktober betrug die Inflationsrate 0,5 Prozent. Aber die Teuerung liegt weiter deutlich unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Diese Marke wird jedoch bereits seit Frühjahr 2013 verfehlt. Die EZB-Volkswirte rechnen erst für 2019 damit, dass die Inflation mit einem Wert von 1,7 Prozent wieder nahe an der angepeilten Marke liegt. (APA, 16.12.2016)

  • Artikelbild
    grafik: apa
Share if you care.