"Journalisten zweiter Klasse": Weitere ORF-Töchter protestieren wegen Kollektivvertrag

    15. Dezember 2016, 17:55
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    ORF-Enterprise, ORF Online und weitere fordern kollektivvertragliche Angleichung

    Wien – Nach dem Protest der Belegschaften für den Info- und Spartenkanal ORF 3 und für die TVthek machen weitere ORF-Töchter ihrem Unmut Luft. Sie fordern eine kollektivvertragliche Angleichung. In den ORF-Töchtern sind über 800 Vollzeitäqivalente beschäftigt.

    Das Protestschreiben im Wortlaut

    "Wir, die BelegschaftsvertreterInnen aus ORF-Enterprise, ORF Online, ORF Marketing & Creation, ORF-Kontakt, ORS und GIS, schließen uns dem Protest der KollegInnen von ORF III und ORF-P an und fordern die kollektivvertragliche Angleichung für alle Beschäftigten im ORF! Offenbar mangelt es am Willen, faire Verhältnisse für alle Beschäftigten im ORF schaffen zu wollen. Wenn weiterhin die KollegInnen des Fernsehsenders ORF III, der TVThek und der Untertitelung auf einen Kollektivvertrag warten müssen, fühlen sie sich zu Recht als JournalistInnen 2. Klasse! Ein "Zurück an den Start" nach 3 Jahren Verhandlungen ist ein Affront gegenüber den Beschäftigten! Die erklärte Absicht, wonach es eine Angleichung an die Bedingungen des neuen, modernen ORF Kollektivvertrags geben soll, wurde offenbar fallen gelassen.

    Damit trägt das Management zu einer enormen Verunsicherung der Belegschaft in den Töchtern bei. Die Tochterunternehmen des ORF hatten in den vergangen Jahren entscheidend Anteil am Konsolidierungskurs des ORF. Jetzt muss Schluss sein mit "Nulllohnrunden" und prekären Beschäftigungsverhältnissen! Daher unterstützen wir die Anliegen der Kolleginnen & Kollegen aus ORF III und ORF-P für ein gerechtes Miteinander und erinnern an die Zusagen des Generaldirektors noch im Sommer für eine Initiative in diese Richtung. "Ein Zurück an den Start" ist der falsche Weg, denn Vertrauen ist unser größter Vorsprung – und das sollten wir nicht verspielen." (red, 15.12.2016)

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