USA und Saudi-Arabien: Hoffnung auf Trump

Kommentar15. Dezember 2016, 15:57
2 Postings

In ihrer Verzweiflung erwarten sich die Saudis Rettung von Donald Trump

Ein Jahr, das Saudi-Arabien vergessen möchte" titelt der US-Experte Bruce Riedel einen aktuellen Rückblick – der geschrieben wurde, als die jüngste Ohrfeige für Riad noch ausstand: Die USA, Saudi-Arabiens alter militärischer Partner, blockieren den Verkauf von Präzisionsmunition. Den Grund pfeifen die Spatzen von den Dächern: Washington sieht die vielen zivilen Opfer im Krieg der saudisch geführten Koalition gegen die schiitischen Huthi-Rebellen im Jemen mit großer Sorge. Mit US-Waffen werden womöglich Kriegsverbrechen verübt.

Saudi-Arabien, seit März 2015 im Jemen-Krieg engagiert, hat dort weder seine militärischen noch seine politischen Ziele erreicht. Das noch größere Desaster ist Syrien, wo man Bashar al-Assad entfernen und den Einfluss des Iran in der Levante brechen wollte: Stattdessen feiern die soeben Aleppo. Ebenso gescheitert ist die saudische Ölpolitik: Der tiefe Ölpreis tat allen Förderländern weh, aber besonders den Saudis mit ihren durch ihre neue aggressive Außenpolitik erhöhten Ausgaben. Als Zugabe kommt noch das Gesetz des US-Kongresses, das Klagen gegen saudische Offizielle im Zusammenhang mit 9/11 erlaubt.

In ihrer Verzweiflung erwarten sich die Saudis Rettung von Donald Trump. In saudischen Medien werden kritische Berichte über den nächsten US-Präsidenten gestoppt. Was Trump über Muslime denkt, ist egal, wenn er nur sein Versprechen einlöst, sich den Iran vorzuknöpfen. (Gudrun Harrer, 15.12.2016)

Share if you care.