Dokumentarfilmer und Journalisten fordern verschlüsselte Kameras

15. Dezember 2016, 15:30
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Über 150 Filmemacher wollen damit den Schutz ihrer Informanten verbessern

In den USA fordern über 150 Dokumentarfilmer und Fotojournalisten in einem offenen Brief an Hersteller, Kameras mit Verschlüsselung anzubieten. Das sei zum Schutz von Informanten wichtig. Den Brief hat auch Laura Poitras unterzeichnet, die Whistleblower Edward Snowden filmte.

Gefährliche Situationen

"Wenn du draußen filmst und deine Kamera von Behörden konfisziert wird, sind die Aufnahmen komplett ungeschützt. Hier wird Verschlüsselung wirklich benötigt", so Poitras. Ihr Dokumentarfilm "Citizenfour" über die von Snowden geleakte Spionagetätigkeit der NSA wurde mit einem Oscar ausgezeichnet. Mehrere Unterzeichner kamen aufgrund ihrer Tätigkeit schon in gefährliche Situationen. Ein Filmemacher berichtet laut "Wired", dass elf Menschen aus Syrien flüchten mussten, nachdem die Polizei seinen unverschlüsselten Laptop konfisziert hatte.

Während der Zugriff auf die Dateien auf Smartphones und Computern verschlüsselt werden kann, gibt es das bei kommerziell erhältlichen bislang Kameras nicht. Die US-amerikanische Non-Profit-Organisation Freedom of the Press Foundation hat daher den Brief an Canon, Nikon, Olympus, Sony, Fuji, Kodak und Ricoh verfasst, der von den Filmemachern und Journalisten unterzeichnet wurde.

Ein Sprecher von Nikon sagte zu "Wired", dass man auf das Feedback der Kunden höre und laufend Produktfunktionen evaluiere. Seitens Kodak wurde mitgeteilt, dass die Filmkameras des Unternehmens für Consumer-Zwecke gedacht seien. (red, 15.12.2016)

  • Laura Poitras und andere Dokumentarfilmer fordern von Kameraherstellern das Equipment zu verschlüsseln.
    foto: apa/epa/peter endig

    Laura Poitras und andere Dokumentarfilmer fordern von Kameraherstellern das Equipment zu verschlüsseln.

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