Der Kosovo hat nun eigene Telefon-Landesvorwahl

15. Dezember 2016, 15:01
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Im Rahmen der Vereinbarungen zwischen Belgrad und Prishtina

Die Internationale Telekommunikationsunion (ITU) hat am Donnerstag dem jüngsten Staat Europas, dem Kosovo, "383" als Landesvorwahl zugewiesen. Die Telefonvorwahl war entsprechend einer Vereinbarung im Rahmen des von der EU vermittelten Dialogs zwischen Belgrad und Prishtina am 3. Dezember von Serbien beantragt worden.

"Historische Errungenschaft"

Österreich hatte bereits zuvor – am 1. Jänner 2016 – im Auftrag Serbiens und des Kosovo bei der ITU um die Zuteilung einer dreistelligen Vorwahl für den Kosovo ersucht. Dies war Teil des Telekom-Abkommens zwischen Belgrad und Prishtina.

Die kosovarische Dialogministerin Edita Tahiri hat die eigene Vorwahl für ihr Land als "historische Errungenschaft" bezeichnet, die die internationale Position des Kosovo festigen werde. Der Vereinbarung waren jahrelange – zum Teil zähe – Verhandlungen vorausgegangen.

Die ITU habe einen für den Kosovo bedeutenden Schritt gesetzt, meinte Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) in einer ersten Reaktion. "Durch die Zuerkennung einer eigenen Landesvorwahl wird telefonieren für alle Einwohner des Kosovo einfacher und vor allem auch billiger", stellte Kurz laut einer Aussendung fest. Laut Medienberichten soll die Vorwahl im Februar voll in den Gebrauch kommen. So lange soll es dauern, bis alle technischen Umsetzungen durchgeführt sind.

Festnetzlizenz und Mobiltelefonie-Autorisierung

Als Teil des Telekommunikationsabkommens wird im Kosovo nun das Unternehmen MTS, eine Tochtergesellschaft der serbischen Telekom, gegründet, die eine kosovarische Festnetzlizenz und eine Mobiltelefonie-Autorisierung bekommt, was für die serbische Minderheit von Bedeutung ist.

Außenminister Kurz rief die beiden Seiten am Donnerstag erneut auf, auch die Umsetzung jener Abkommen anzugehen, die noch nicht umgesetzt wurden. Er verwies insbesondere auf den Verband mehrheitlich serbischer Gemeinden im Kosovo und das Energie-Abkommen.

"Es liegt nun an beiden Seiten, die Vorteile des Dialogs auch klar öffentlich zu kommunizieren, denn dieser ist alles andere als ein Nullsummenspiel. Beide Seiten profitieren – und was das Wichtigste ist: Die Bevölkerung des Kosovo, egal welcher Ethnizität, verdient es, dass sich die Politiker trotz aller Differenzen für ihr Wohl einsetzen", unterstrich Kurz. (APA, 15.12.2016)

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