Was Kekse im Gehirn machen

15. Dezember 2016, 10:22
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Weihnachtskekse sind Glücklichmacher, weil Geschmack und Erinnerung eng zusammenhängen

Das menschliche Gehirn verarbeitet jede wache Sekunde Sinneseindrücke. Augen, Ohren, Geschmacksnerven und Tastsinn prägen jeden Menschen auf ganz individuelle Art und Weise. Wie sehr diese Reize miteinander im Gehirn verwoben sind, wird jedes Jahr wieder zu Weihnachten erfahrbar.

Wer mit Weihnachtsbäckerei aufgewachsen ist, weiß wie es riecht, wenn Kekse gebacken werden. Die meisten verbinden damit positive Gedanken, als Glücklichmacher bezeichnet sie Sandra Holasek, Ernährungsforscherin am Institut für Pathophysiologie und Immunologie der Med-Uni Graz. Vanillekipferl, Linzer Augen, Husarenkrapferl: Sie sind nicht nur schön anzuschauen, sondern "enthalten sehr gehaltvolle Zutaten, wie Butter, Zucker, Nüsse. Damit bilden sie mit durchschnittlich 30 bis 60 kcal/Stück nicht gerade die Grundlage für eine sportliche Figur bzw. einen gesunden Lebensstil", so Holasek. Dennoch sind sie ein wichtiger Bestandteil der Weihnachtszeit und sollten daher auch bei sehr gesundheitsbewussten Menschen nicht fehlen.

"Weihnachtskekse haben in der Ernährungspyramide eine Sonderstellung, da wir sie in einer besonderen, begrenzten Zeit zu uns nehmen und dies schon seit unserer Kindheit tun", fasst Sandra Holasek zusammen. Unser Belohnungssystem erfährt durch die süßen Naschereien starke Signale und das spüren wir sofort. "Sobald wir einen schönen Teller mit Weihnachtskeksen sehen, geht es uns schon ein bisschen besser", so die Expertin.

Butter und Dopamin

Doch nicht nur der Anblick der Weihnachtskekse, vor allem deren Geschmack und Textur, wirken sich positiv auf unsere Stimmung aus. Dies liegt vor allem an der gehaltvollen Zutatenliste. "Die Butter ist eine wesentliche Zutat und bewirkt bereits eine Dopaminausschüttung im Gehirn, sobald man das Keks in den Mund nimmt. Dieser Prozess wird durch die kurzkettigen Fettsäuren in der Butter ausgelöst und das Knuspern im Mund", erklärt Holasek.

Die retronasale Aromaentwicklung wird durch den Biss auf das beliebte Gebäck in einem bestimmten Zeitfenster des Kauvorganges verstärkt. Auch Zucker ist eine der Grundzutaten beim weihnachtlichen Backen. Hier empfiehlt die Expertin die angegebene Zuckermenge zu reduzieren, da 4/5 der im Rezept angegebenen Menge für den Keksgenuss durchaus ausreichend ist. "Raffinierten Zucker kann man durchaus auch einmal durch Honig oder Ahornsirup ersetzen, um so für mehr Variationen zu sorgen", rät die Expertin.

Trotzdem mit Maß

Wie so oft gilt auch bei der festlich gedeckten Weihnachtstafel – die Menge macht’s. Also jedes Weihnachtskeks bewusst genießen und zwischendurch auch einmal zu traditionellen Alternativen greifen, wie beispielsweise zu einem Stück Kletzenbrot oder zu einer Handvoll Dörrobst.

Und da das Auge ja bekanntlich mitisst, hat die Expertin gleich noch einen Tipp parat. "Auf die Weihnachtstafel nicht nur Kekse stellen, sondern auch gleich einen bunten Obststeller und eine duftende Kerze. Gewürztee passt sehr gut als Getränk zur Weihnachtsjause und sorgt auch dafür, dass wir weniger oft zu den Keksen greifen", empfiehlt sie. Wer ein paar Kalorien wieder abbauen will, macht einen Winterspaziergang. (red, 15.12.2016)

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    foto: meduni graz
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