ORF-"Bürgerforum": Optimist, Pessimist

Einserkastl14. Dezember 2016, 17:36
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Das "Bürgerforum" des ORF war zu sehr von Pessimisten dominiert

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder war das Publikum beim ORF-Bürgerforum am Dienstagabend halbwegs repräsentativ ausgesucht – dann muss man sich über die Stimmung im Lande angesichts des durchgehenden "Ollasoasch"-Tons bei den Damen und Herren Diskutanten ernstlich Sorgen machen.

Oder: Der ORF bringt bei solchen Sendungen nur eine wenig repräsentative Auslese von Mieselsüchtlern, Krakeelern und zu einer durchargumentierten und zivilisierten Debatte unfähigen Menschen zusammen.

Die Empirie zeigt: Wer eher pessimistisch in die Zukunft blickt, der wählt rechts(populistisch). Wer erwartet, dass sich seine Lebensverhältnisse zumindest nicht verschlechtern werden, wählt liberaler. Das Sora-Institut erläutert in seiner Analyse der Bundespräsidentenwahl, dass Norbert Hofer überwiegend von den Pessimisten gewählt wurde, Alexander Van der Bellen von den Optimisten (jeweils rund 70 Prozent). VdB hat gewonnen, was zumindest bedeutet, dass die Wahlbeteiligung bei den Optimisten höher war. Zusätzlich hat sich die Stimmung in Österreich insgesamt aufgehellt.

So gesehen war das Bürgerforum zu sehr von Pessimisten dominiert – und nur begrenzt repräsentativ. Was als zarter Hinweis gewertet werden sollte, dass man es mit der Verbeugung vor unkontrolliert dahinschimpfenden Immerunzufriedenen nicht übertreiben soll. Nicht nur im ORF. (Hans Rauscher, 14.12.2016)

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