Alijew-Tod: Betreuung war laut Generaldirektion engmaschig

14. Dezember 2016, 16:33
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Insbesondere auf medizinischer, psychologischer und psychiatrischer Ebene durch verschiedene Personen

Wien/Astana – Der kasachische Ex-Botschafter Rakhat Alijew sei in der Haft gut betreut worden. Das wurde am Mittwoch aus der Generaldirektion für den Strafvollzug gegenüber der APA betont. Alijew genoss demnach in der Zelle eine "engmaschige, insbesondere medizinische, psychologische und psychiatrische Betreuung durch verschiedene Personen".

Die Verteidiger Alijews legten am Montag ein Privatgutachten vor, demzufolge sich der Ex-Diplomat nicht selbst getötet hat. Alijew war im Februar 2015 in seiner Zelle tot aufgefunden worden. Laut Justiz erhängte er sich, bevor ein Schwurprozess gegen ihn wegen der Entführung und Tötung zweier kasachischer Banker beginnen konnte. Seine Anwälte sprechen hingegen von Mord und stellten in Zusammenhang mit dem Privatgutachten einen Fortführungsantrag.

Im Hinblick auf diesen Antrag verwies die Generaldirektion darauf, dass der Strafvollzug selbst betroffen sei und daher keine detaillierteren Angaben gemacht werden könnten. Auch dürfe man die Krankengeschichte Alijews nicht offenlegen. Die Betreuungssituation sei jedenfalls ausführlich dokumentiert worden.

Außerdem wurde im Hinblick auf Manipulationsvorwürfe am Zellenschloss darauf verwiesen, dass es ein völlig normaler Vorgang sei, ein Schloss zur Beweissicherung auszubauen. In diesem Falle sei es "natürlich ausgebaut worden, weil es entsprechend sicherzustellen war", hieß es. Dass ein Gutachtenauftrag erst zu einem späteren Zeitpunkt gestellt werde, sei "absolut nichts Ungewöhnliches". (APA, 14.12.2016)

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