Toter bei Messerattacke in Wien: Täter stellte sich

14. Dezember 2016, 11:52
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Fahndungsdruck wurde 33-Jährigem zu groß – Kam mit Anwalt zur Polizei in Favoriten

Wien – Nach einer tödlichen Messerstecherei vergangene Woche in Wien-Favoriten hat sich der mutmaßliche Täter am Dienstagabend der Polizei gestellt. "Der Fahndungsdruck wurde ihm zu groß", berichtete Polizeisprecher Roman Hahslinger. Der 33 Jahre alte Kosovare wurde festgenommen. Die genauen Hintergründe der Tat sind weiterhin unklar, der Beschuldigte muss erst einvernommen werden.

"Er hat noch keine Aussage getätigt", sagte Hahslinger. Dem 33-Jährigen wird zur Last gelegt, in der Nacht auf Freitag in einem Lokal in der Quellenstraße einen 34-jährigen Polen nach einem Streit durch mehrere Messerstiche getötet zu haben. Einen 37-jährigen Landsmann des Opfers verletzte er schwer. Mittels internationalem Haftbefehl wurde dann nach dem Kosovaren gefahndet. Gemeinsam mit einem Anwalt stellte sich der Mann am Dienstag gegen 18.30 Uhr in der Polizeiinspektion Van-der-Nüll-Gasse in Favoriten. Dem Rechtsvertreter des Beschuldigten wurden die Akten übergeben.

Tatort war eine Bar. Gegen Mitternacht waren die beiden Polen mit dem Kosovaren in Streit geraten. Dieser soll dann ein Messer gezogen und einen seiner Kontrahenten mehrfach in den Oberkörper gestochen haben. Der 34-Jährige erlitt mindestens fünf Stiche, er starb eine halbe Stunde später im Rettungswagen. Der Ältere wurde ins Krankenhaus gebracht und notoperiert. Lebensgefahr bestand keine.

Erstmals seit Jahren ungeklärte Tötungsdelikte

Erstmals seit 2009 gibt es bei der Wiener Polizei ungeklärte Tötungsdelikte. 14 Morde gab es heuer bisher in der Bundeshauptstadt, sagte Manfred Reinthaler, Vorstand der Pressestelle der Landespolizeidirektion. Zwölf davon wurden geklärt. Im Juni wurde ein Baumeister und Besitzer des von ihm kurz davor erworbenen Innenstadtlokals "Scotch Club" in der Leopoldstadt erschossen. Der Angreifer hatte dem 50-Jährigen offenbar gezielt aufgelauert und feuert sofort, als dieser mit einem Begleiter vor seinem Wohnhaus in der Kafkastraße aus einem stieg. Dem Täter gelang unerkannt die Flucht.

Mitte November wurde in Meidling ein Friseur in seinem Salon niedergeschossen, der 46-Jährige starb im Spital. Dem Täter, der laut Polizei aus dem Bekanntenkreis des Opfers stammen dürfte, gelang unerkannt die Flucht. "In beiden Fällen laufen noch die Ermittlungen", sagte Reinthaler. Im Vorjahr hatte es in Wien insgesamt 20 vollendete Tötungsdelikte gegeben, 2014 einen langjährigen Tiefstand mit neun Fällen. (APA, 14.12.2016)

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