Studie: Fracking kann Trinkwasser beeinträchtigen

14. Dezember 2016, 10:40
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Gefahr besteht laut einem Bericht in wasserarmen Gegenden und bei Entsorgung des Abwassers in schlecht abgedichteten Gruben

Washington – Die umstrittene Fracking-Methode zur Förderung von Gas und Öl kann nach Auffassung der US-Umweltbehörde EPA das Trinkwasser beeinträchtigen. Ein umfassender Bericht der Behörde erbringe wissenschaftliche Beweise dafür, dass das unter gewissen Umständen möglich sei, sagte der wissenschaftliche Berater der EPA, Thomas Burke, am Dienstag.

Für den Bericht seien mehr als 1.200 Quellen ausgewertet worden, es handle sich damit um "die bisher umfassendste Zusammenstellung von wissenschaftlichen Daten aus den USA" zu dem Thema. In einer vorläufigen Stellungnahme hatte die Behörde noch erklärt, es gebe keine Beweise dafür, dass Fracking die Trinkwasserreserven des Landes beeinträchtige. Dieser Satz wurde aus der Endfassung des Berichts gestrichen, den der US-Kongress angefordert hatte.

Keine konkreten Fälle angegeben

Es gebe "bestimmte Bedingungen, unter denen Beeinträchtigungen durch Fracking häufiger auftreten oder schwerwiegender ausfallen können", heißt es in der Studie. Das sei etwa der Fall, wenn die Methode in wasserarmen Gegenden genutzt wird oder wenn das beim Fracking entstehende Abwasser in nicht ausreichend abgedichteten Gruben entsorgt werde.

Der Bericht listet allerdings keine konkreten Fälle auf, in denen durch Fracking das Trinkwasser verschmutzt worden ist. Außerdem bleibt offen, wie häufig so etwas passiert oder passieren kann.

Beim Fracking wird unter hohem Druck ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gestein aufzuspalten und das darin enthaltene Erdgas oder Erdöl zu fördern. Kritiker warnen davor, dass die chemischen Substanzen durch undichte Stellen ins Erdreich eindringen und das Grundwasser verschmutzen könnten. (APA, 14.12.2016)

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    Für den Bericht wurden mehr als 1.200 Quellen ausgewertet.

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