Schlippenbach-Trio: Nix ist fix

13. Dezember 2016, 18:39
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Das Trio des Freejazz-Pioniers Alexander von Schlippenbach gastiert in Salzburg und Linz

Free Jazz kann Grenzen überwinden! So lautete vor gut 50 Jahren der Wahlspruch eines Urgesteins der deutschen Szene. Damals gründete der Pianist Alexander von Schlippenbach das Globe Unity Orchestra. Bis heute besteht die bis zu 18 Personen umfassende Bigband, neben diesem multinationalen Projekt organisiert der Berliner Schlippenbach Experimentierlabors für avancierte Improvisationsmusik.

Der 78-jährige Free-Jazz-Pionier gibt immer noch Solokonzerte, er tritt mit seiner Frau, der Jazzpianistin Aki Takase, auf, und er betreibt seit mehr als 40 Jahren das Schlippenbach Trio. Zu diesem gehören der Tenorsaxofonist Evan Parker, der den Bassklarinettisten Michael Pilz ablöste, und der Schlagzeuger Paul Lovens.

Wenn der Dreier in den kommenden Tagen in Salzburg und Linz gastiert, wird der Deutsche Lovens von Paul Lytton ersetzt – wie Parker ein Brite, beide verbindet mit Schlippenbach eine lange Karriere in etlichen Improvisationspartien. Obwohl sie sich so gut kennen, bleibt ihr Zusammenspiel unvorhersehbar. Die Basis dafür ist instrumentaltechnische Finesse, es wird am Sound und dessen Dynamik gefeilt – es gibt Stücke, die nach vorne drängen, Balladen und lyrische Passagen bis zur Stille.

Nix ist fix im musikalischen Universum des Schlippenbach Trios, weil sich immer Stücke im Repertoire finden, die melodisch beginnen, aber in kompromisslosen Soundattacken enden können. 2015 erschienen die Alben Features und Warsaw Concert, das Programm der aktuellen Livekonzerte konzentriert sich aber auf die vor zehn Jahren veröffentlichte Winterreise. (dog, 14.12.2016)

15. 12. Salzburg, Jazzit, 20.00; 17. 12. Linz, Klaviersalon Merta, 19.30

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