Trump als Freund von Orbán

13. Dezember 2016, 17:10
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Die Europapolitik der USA könnte sich ändern

Eine Kehrtwende ist unter Donald Trump in der Europapolitik möglich. Die Obama-Administration schnitt beispielsweise das vom Rechtspopulisten Viktor Orbán regierte Ungarn. Wegen der Einschränkung der Medienfreiheit und der von Regierungsstellen ausgehenden Korruption hatte Orbán keine Chance, im Weißen Haus empfangen zu werden. Sein Außenminister Péter Szíjjártó drang nie weiter vor als bis zu der für Europa-Fragen zuständigen Spitzenbeamtin im State Department, Victoria Nuland. Die pflegte ihm noch dazu wegen der Verfehlungen seines Chefs den Kopf zu waschen.

Damit dürfte es nun vorbei sein. "Präsident Trump will gute Beziehungen zu Ungarn", erklärte Connie Mack IV, ein ehemaliger republikanischer Kongressabgeordneter, am Montagabend in einer Veranstaltung des regierungsabhängigen Think Tanks Századvég in Budapest. Mack arbeitet zwar als hochbezahlter Lobbyist für die Orbán-Regierung in Washington, seine Worte reflektierten dennoch kein reines Wunschdenken.

Telefonat mit Orbán

Tatsächlich hatte der ungarische Regierungschef nach der Wahl Trumps bereits mit dem künftigen US-Präsidenten telefoniert. Laut Orbán war auch von einer Einladung ins Weiße Haus die Rede. "Trump könnte sogar von Orbán Ratschläge in Europa-Fragen einholen", meinte Lobbyist Mack. Dem Ego Orbáns dürfte das schmeicheln. (Gregor Mayer aus Budapest, 14.12.2016)

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