Amazon setzt auch auf Kunsthandwerk

13. Dezember 2016, 16:11
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Der US-Konzern macht von seiner Niederlassung in Deutschland aus Anbietern von Handgemachten Konkurrenz

Wien – Handgemachtes ist in: Der Trend zu individuell Gefertigtem, geht auch am weltgrößten Onlinehändler Amazon nicht spurlos vorüber. Der US-Konzern macht von seiner Niederlassung in Deutschland aus (sie betreut auch Österreich mit) Anbietern von Handgemachten, wie dem deutschen E-Commerce-Portal Dawanda, Konkurrenz.

Bilder aus Zypern, Holzlampen aus Italien, Keramikvasen aus Frankreich, Schmuck aus Deutschland, Taschen, Wohnaccessoires, Manschettenknöpfe aus Beton, das Angebot ist reichhaltig und umfasst mittlerweile 30.000 Produkte, sagt Rocco Bräuniger, zuständig für das weite Feld Consumerprodukte bei Amazon EU. Rund 1000 Kunsthandwerker aus Europa sind mittlerweile an Bord und bieten ihre Produkte unter dem Label "Handmade at Amazon" an.

Zehn verschiedene Produktkategorien sind verfügbar, darunter Schmuck, Wohnaccessoires, Kunstwerke, Küchenutensilien sowie Möbel. Ein Drittel der Produkte können sich Kunden je nach Wunsch individuell anpassen lassen. Auch die passende Geschichte dazu darf geboten werden: Jede Seite eines Handmade-Artikels informiert mit einem Länder-Icon darüber, woher der Kunsthandwerker stammt und verlinkt zu seinem Profil.

Voraussetzung für interessierte Kunsthandwerker: Sie dürfen nicht mehr als 20 Mitarbeiter haben und ihre Produkte müssen "zu hundert Prozent" handgemacht sein. Den Nachweis erbringen sie bei der Anmeldung: Interessierte können ein Formular auf der Website ausfüllen, die Informationen werden geprüft. Ist alles stimmig, erhalten die Kunsthandwerker eine Einladung. "Es geht darum, dass niemand in China billig einkauft und dann unter dem Label handgemacht verkauft", sagt Bräuninger. Glaubt man dem Amazon-Team, ist der Aufwand überschaubar. "Der schnellste konnte nach zwei Stunden seinen Shop eröffnen."

Eine Gebühr von zwölf Prozent fällt dann an, wenn ein Verkauf tatsächlich zustande kommt. Bis Ende 2017 entfällt noch die Amazon Grundgebühr von 39 Euro pro Monat. (rebu, 14.12.2016)

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