Neues System: Nasa nimmt fließende Gletscher ins Visier

18. Dezember 2016, 15:30
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Präzise Beobachtungen mithilfe des Satelliten Landsat 8 enthüllen Veränderungen und ermöglichen Prognosen

Washington – Nasa-Forscher können mit einem neuen, satellitengestützten System Gletschern beinahe in Echtzeit beim Fließen beobachten. Wie die US-Raumfahrtbehörde berichtet, lassen sich mit der Technik Veränderung in allen großen Eismassen auf dem Planeten verfolgen. Besonders für die Untersuchung des Folgen des Klimawandels ergeben sich so neue Möglichkeiten.

Grundlage der präzisen Beobachtung sind Bilderdaten des Satelliten Landsat 8. Dieser umkreist alle 16 Tage die Erde und kann pro Tag bis zu 700 Bilder aufnehmen. Eine neue Software erkennt in diesen Bildern Oberflächenstrukturen und Steine. Werden Bilder von aufeinanderfolgenden Zeitpunkten des gleichen Ortes analysiert, lässt sich die Bewegung und Geschwindigkeit des Eises berechnen.

Verbesserte Prognosen

Zusammen mit Umweltinformationen und geografischen Daten ergibt sich so ein komplexes Bild über die Veränderungen von Gletschern. Damit können Wissenschafter auch auf die Gründe für Bewegungen in den Eismassen schließen – beispielsweise ein Anstieg der Temperatur. Auch Prognosen sind möglich. So kann vorausgesagt werden, wie sich der Klimawandel auf den Meeresspiegel auswirkt.

Verglichen mit seinen Vorgängern kann der Satellit Landsat 8 in der Antarktis und Arktis sowie in den Hochgebirgen die Oberfläche in einem engeren Raster abbilden. Seit 1972 beobachten Landsat-Satelliten die Erdoberfläche. (APA, red, 18.12.2016)

  • Der Heimdal-Gletscher im Süden von Grönland. Mithilfe eines neues Systems ist es der Nasa möglich anhand der Veränderungen der Oberflächenstrukturen den Eismassen beim Fließen zuzusehen.
    foto: nasa/john sonntag

    Der Heimdal-Gletscher im Süden von Grönland. Mithilfe eines neues Systems ist es der Nasa möglich anhand der Veränderungen der Oberflächenstrukturen den Eismassen beim Fließen zuzusehen.

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