Das beste Stück ... nachgefragt bei Anna Badora

Kolumne10. Jänner 2017, 09:12
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Michael Hausenblas fragt die Volkstheater-Direktorin, warum ihr ihre Schwimmbrille so wichtig ist

"Die Frage nach meinem 'besten Stück' ist so privat wie meine geliebten Ausflüge ins Schwimmbad, bei denen ich, maskiert mit leuchtend gelber Bademütze und blauer Schwimmbrille, unerkannt meine Bahnen ziehen kann.

Völlig schwerelos schwebe ich dort durchs Wasser. Nirgends erreichen mich so viele gute Ideen wie im Wasser. Bei jedem Armzug tauche ich unter, nehme durch meine Schwimmbrille die verzerrten Kacheln unter und die schemenhafte Welt über mir wahr. Ein Perspektivenwechsel, die Welt oben von unten aus zu betrachten, wie kleine Kinder die Erwachsenenwelt, Fremdartiges, Unerwartetes entdecken.

Die Brille fehlt bei keinem unserer Urlaube, die mein Mann und ich am liebsten auf tropischen Inseln verbringen, komplett umschlossen von Wasser. Das Sonnenlicht funkelt jedes Mal anders, wenn man es durch eine Schicht Wasser betrachtet. Ohne meine Schwimmbrille würde ich viel früher wieder an Land gehen müssen, wo überall Barrieren das Denken behindern." (Michael Hausenblas, RONDO, 10.1.2017)

Die Regisseurin Anna Badora ist seit 2015 künstlerische Leiterin des Wiener Volkstheaters.

  • Anna Badora: "Bei jedem Armzug tauche ich unter, nehme durch meine Schwimmbrille die verzerrten Kacheln unter und die schemenhafte Welt über mir wahr."
    foto: nathan murrell

    Anna Badora: "Bei jedem Armzug tauche ich unter, nehme durch meine Schwimmbrille die verzerrten Kacheln unter und die schemenhafte Welt über mir wahr."

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