Hanno Settele im "Kinderstress" in ORF 1: Im Bann der Tyrannen

Ansichtssache14. Dezember 2016, 07:00
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"Eltern sind unter Druck", erklärt Settele, und um das zu beweisen, begibt er sich an die Brennpunkte der neurotischen Kinderwelten: zu den Tyrannenkindern, Tigermüttern und Helikoptervätern

foto: orf/west4media-filmproduktion

Sobald das Wort Kindererziehung fällt, denken wohl- ebenso wie unerzogene Eltern an früher. Und früher, das heißt meistens: anders. "Früher war der Respektabstand viel größer", sagt die Dame auf der Straße zu Hanno Settele in der Dok-eins-Reportage am Mittwoch, 20.15 Uhr in ORF 1.

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Ob das jetzt gut oder schlecht ist, lässt sich am ehesten mit Loriot beantworten. Dessen "Früher war mehr Lametta!" darf man ja auch eher als Wehmut interpretieren, aber ganz eindeutig lässt sich sowohl dieses als auch jenes nicht klären.

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Jetzt aber ernsthaft: "Eltern sind unter Druck", erklärt Settele, und um das zu beweisen, begibt er sich an die Brennpunkte der neurotischen Kinderwelten: zu den Tyrannenkindern, Tigermüttern und Helikoptervätern. Einigermaßen furchtlos durchforstet er die Angebote für Triple-A-Eltern und solche, die es gerne sein möchten.

"Es reißt einen in ein Paralleluniversum", erzählt die Regisseurin Marie Kreutzer, die in dem Film "Was hat uns bloß so ruiniert" das ganze Schlamassel stadtneurotischer Erziehung freilegt.

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Wieder wählt Settele andere Zugänge, geht zum Kinderbenimmkurs, testet Reaktionen im Supermarkt auf tobende Kinder und besucht Georg Kapsch, Chef der Industriellenvereinigung. Dieser wirft die interessante Frage auf, wie der ungebremste Nachwuchs später die Gesellschaft mit seinen sozialen Defiziten prägen wird.

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Das Wörtchen Disziplin war im Zusammenhang mit Kinderaufzucht lange verpönt. Nicht erst hier erfährt es eine sanfte Renaissance, wenngleich es sich letztlich um ein Luxusproblem handelt. Immer noch sind die zu wenig behüteten Kinder in der weitaus größeren Mehrheit als die vergluckten. (Doris Priesching, 14.12.2016)

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