Trump holt "Washingtoner Sumpf" in die Regierung

15. Dezember 2016, 21:02
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Langjährige Politiker, ehemalige Generäle und Insider aus der Finanzbranche prägen Donald Trumps Kabinett

Den "Washingtoner Sumpf" trockenzulegen versprach Donald Trump im Wahlkampf. Gemeint waren Politiker, Lobbyisten und die Finanzbranche, die seiner Meinung nach zu viel Einfluss in der US-Politik haben. Die Investmentbank Goldman Sachs war eines der Lieblingsziele von Trump: "Ich kenne die Typen von Goldman Sachs", sagte er im Vorwahlkampf: "Sie haben totale Kontrolle. Genauso wie sie totale Kontrolle über Hillary Clinton haben."

Einmal gewählt, besetzt Trump zahlreiche Regierungsposten ausgerechnet mit ehemaligen Mitarbeitern von Goldman Sachs, Militärs und langjährigen Politikern.


Überblick über bereits nominierte Kabinetts- und Regierungsposten aus

Militär | Finanzbranche | Politik | Unternehmen


Michael Flynn, Nationaler Sicherheitsberater

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Foto: AP / Lauren Victoria Burke

Im Wahlkampf hatten viele prominente US-Sicherheitsexperten vor Donald Trump gewarnt. Ganz anders Michael Flynn. Der Ex-General und frühere Chef des Militärgeheimdienstes DIA ergriff leidenschaftlich Partei für den rechtspopulistischen Bautycoon.

Im Amt des Nationalen Sicherheitsberaters wird Flynn zwar nicht auf einem Kabinettsposten sitzen, aber maßgeblichen Einfluss auf die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik ausüben. Der Ex-General ist ein Hardliner, der für eine rigorose Bekämpfung des islamistischen Extremismus eintritt. Er hat Angst vor Muslimen als "rational" bezeichnet.



James Mattis, Verteidigungsminister

foto: reuters/mike blake/files
Foto: Reuters / Mike Blake / Files

James Mattis, ehemaliger General der Marineinfanterie, soll Verteidigungsminister werden. Dafür muss der Kongress vor seiner Bestellung aber ein eigenes Gesetz verabschieden, denn bisher ist es Soldaten bis sieben Jahre nach ihrem aktiven Dienst untersagt, den Posten des Außen- oder Verteidigungsministers anzunehmen. Bis zu seiner Pensionierung 2013 leitete Mattis das Militärkommando für den Nahen Osten und Nordafrika.

Mattis gilt als einer der profiliertesten strategischen Denker im US-Militär und politisch als "Falke".



John Kelly,
Heimatschutzminister

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Foto: AP / Moises Castillo

Auch für den Posten des Heimatschutzministers hat der künftige US-Präsident Donald Trump einen pensionierten Militär ausgewählt. John Kelly tritt für eine rigorose Absicherung der US-Außengrenzen ein und hat auch die Schließung des US-Gefangenenlagers in Guantánamo Bay auf Kuba abgelehnt. Die Kritik an den dortigen Haftbedingungen tat er als "Torheit" ab.

Der zu Beginn dieses Jahres in den Ruhestand getretene Vier-Sterne-General war auf seinem letzten Posten direkt für Guantánamo verantwortlich: Der Marineinfanterist leitete das Südkommando der US-Streitkräfte, das für Lateinamerika und die Karibik verantwortlich ist.



Ryan Zinke,
Innenminister

foto: afp photo / kena betancur
Foto: AFP/KENA BETANCUR

Mit Ryan Zinke zieht sowohl ein ehmaliger Politiker als auch Ex-Militär in die Trump-Regierung. Der frühere Oberstleutnant der Marine-Eliteeinheit Navy Seals (1986-2008) und Kongressabgeordnete der republikanischen Partei soll künftig das Innenministerium leiten.

Anders als in den meisten anderen Ländern ist das US-Innenministerium nicht für die innere Sicherheit verantwortlich. Die Behörde mit landesweit mehr als 70.000 Mitarbeitern ist unter anderen für die Verwaltung riesiger Ländereien der Bundesregierung zuständig. Zinke hat sich dafür ausgesprochen, den Kohleabbau auf solchen Gebieten wieder zu erlauben

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