Studie: Steigende Methan-Emissionen gefährden Klimaziele

18. Dezember 2016, 16:02
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Ausstoß des Treibhausgases in den vergangenen Jahren rasant angestiegen

Paris – Rekord-Emissionen des Treibhausgases Methan gefährden nach Einschätzung von Forschern den Kampf gegen den Klimawandel. Laut einer aktuell im Fachblatt "Environmental Research Letters" veröffentlichten Studie sind die Methan-Emissionen in den vergangenen zehn Jahren zehnmal schneller angestiegen als von 2000 bis 2006.

In den Jahren 2014 und 2015 war der Anstieg demnach besonders stark, die Gründe dafür seien aber weitgehend unklar. Dem Pariser Klimaschutzabkommen zufolge soll die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad Celsius, zumindest aber auf weniger als zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden. Das sei bereits "ein anspruchsvolles Ziel", erklärten 81 Forscher. Wenn sich die Weltgemeinschaft aber nicht mit den Methan-Emissionen befasse, werde es "zunehmend schwieriger", dieses Ziel erreichen.

USA und China wahrscheinliche Faktoren

Die Wissenschafter fordern daher "dringend" zusätzliche Maßnahmen, um den Ausstoß von Methan zu messen und einzudämmen. Methan-Emissionen entstehen in der Landwirtschaft, vor allem beim Reisanbau und in der Viehzucht, sowie beim Verbrennen fossiler Brennstoffe. Die Lebensdauer der CH4-Moleküle in der Atmosphäre ist zwar deutlich kürzer als beim ebenfalls klimaschädlichen Kohlendioxid, Methan bindet aber rund 20 Mal mehr Hitze aus der Sonnenstrahlung und heizt die Atmosphäre daher stärker auf.

Die Gründe für die stark steigenden Methan-Emissionen sind nach Angaben der Forscher noch weitgehend unklar. Als mögliche Quellen gelten demnach der steigende Kohleverbrauch in China und Lecks bei der Gasförderung durch Fracking-Unternehmen in den USA. Beide Regionen spielten bei dem plötzlichen Anstieg "wahrscheinlich eine Rolle", sagte Marielle Saunois von der Universität Versailles in Frankreich, eine der Hauptautorinnen des Papers. (APA, 18.12.2016)

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