Die 13 besten Blockbuster-Games 2016: Zu viel des Guten

Ansichtssache18. Dezember 2016, 11:00
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Mit diesen Videospiel-Hochglanzproduktionen hatten wir dieses Jahr unsere größte Freude

2016 ist wieder so ein Jahr der realisierten Unmöglichkeiten. Ein Kürbis gefüllt mit heißer Luft wird in Übersee Präsident und mit "The Last Guardian" erblickt ein eigensinniges Fabelwesen nach neunjähriger Geburtsvorbereitung das Licht der Welt. Es gibt nichts, was es nicht doch gibt – kein Hochglanzkuriositätenkabinett veranschaulichte das besser als "Final Fantasy 15". Von politischen Desastern abgesehen, regierten auch bei Videospiel-Blockbustern wieder Gewalt und Gräueltaten. Man könnte fast meinen, die gesammelte Entwicklerschaft versucht fleißiger und spektakulärer denn je, die Mächtigen und Machtgeilen von virtuellen Alternativen zu realen Kriegen zu überzeugen. Wäre der Cyberwar nicht schon längst in der Wirklichkeit angekommen. Zumindest im Hinblick auf die digitale Unterhaltungswelt dürfen wir Sie trösten: Virtuell wird alles gut. Mit diesen 13 explosiven, rasanten und ziemlich spaßigen AAA-Games hatten wir 2016 unsere größten Freuden. (Anm.: Reihung ohne Wertung)

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Uncharted 4: A Thief's End (PS4)

Naughty Dog hat sich für Nathan Drakes Abschied Zeit gelassen und gut daran getan. Es ist der fulminante Höhepunkt, den sich die Abenteuerserie verdient hat und der Beweis dafür, wie viel mit einem ausgezeichneten Skript, fortschrittlichen Technologien und künstlerischem Vermögen aus dem Medium herauszuholen ist, selbst wenn das bereits starke spielerische Fundament abseits der spaßigen Jeepfahrten nur um Nuancen verfeinert wurde. So blickt man Nathan wehmütig beim Abgang nach, doch muss man den Hut davor ziehen, wenn ein Studio erkennt und beschließt, wann eine Geschichte – so erfolgreich und lukrativ sie sein mag – zu Ende ist. Die gute Nachricht für alle Fans der Serie: Zumindest dank eines Ablegers rund um die Protagonistinnen Chloe und Nadine geht es 2017 mit "Uncharted" weiter.

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"Uncharted 4" im Test: Das Abenteuer, an dem sich noch viele Spiele messen werden

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Uncharted 4: A Thief's End (Amazon)

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Hitman (PC, PS4, Xbox One)

Ob es eine gute Idee war, den Neustart der Auftragskillerserie in Episoden aufzuspalten, wissen wir immer noch nicht. Ausgezeichnet war allerdings jede einzelne Mission. Wer bis jetzt gezögert hat, dem sei gleich der Griff zur kompletten Edition empfohlen – Agent 47 war noch nie vielseitiger und spannender als 2016. Bleibt zu hoffen, dass die Marketer von IO-Interactive ihr Handwerk genauso gut verstehen, wie die Entwickler und das neue Vertriebsmodell die sukzessive Weiterentwicklung von "Hitman" ermöglicht. Clever, makaber, teuflisch gut.

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"Hitman" im Test: Perfekter Mord auf Raten

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Hitman (Amazon)

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sid meier's civilization

Civilization 6 (PC)

"Civilization 6" vereint sämtliche positiven Aspekte vergangener Ableger und serviert als Sahnehäubchen einige zusagenden Änderungen, die das Strategiespiel abrunden. Größter Kritikpunkt sind die unberechenbaren Gegner, die das Gesamterlebnis insgesamt schmälern. Daran wird Hersteller Firaxis noch feilen müssen. Ansonsten gibt es bei dem Spiel nur das Balancing etwas zu bemängeln. Dafür wird eine noch nie dagewesene Spieltiefe und dadurch noch mehr Abwechslung geboten, wodurch für viele Spieler aus "noch einem Zug" wohl hunderte weitere werden.

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"Civilization 6" im Test: Das bisher beste "Civilization" zum Start

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Titanfall 2 (PC, PS4, Xbox One)

Teil zwei des Mech-Shooters macht Versäumnisse des Erstlings gut, perfektioniert seine Stärken und sorgt durch sinnvolle Neuerungen wie Loadouts und Titanenklassen für Langzeitmotivation und Abwechslung. Wirklich überraschend ist die Qualität der Einzelspielerkampagne: Genau so sieht eine Einladung an all jene aus, die das Szenario spannend finden, aber in Sachen Multiplayer skeptisch sind. "Titanfall 2" ist ein in Sachen Spieldesign rundum gelungenes Gesamtpaket für FPS-Freunde, die sich auch darüber freuen werden, dass Respawn völlig auf kostenpflichtiges DLC und Season Pass zugunsten eines Gratismodells verzichtet.

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"Titanfall 2" im Test: Zu gut, um nicht gespielt zu werden

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Forza Horizon 3 (PC, Xbox One)

Australien ist immer eine gute Entschuldigung, sich aus dem Staub zu machen. Noch besser, wenn man dabei hinter dem Steuer eines Lamborghini Diablos sitzt. Der dritte Teil der Open-World-Rennspielserie ist vor dem Hintergrund fiktiver Küstenstädte, des sandroten Outbacks und der wilden Dschungel schöner denn je anzusehen und fährt sich im fünften Gang zwischen "Gib mir mehr" und "die Kurve geht sich noch aus" wie man sich das als Kind mit Matchbox-Autos in den Händen immer erträumt hat. Selbst uns Rennspiel übersättigte Sonntagsfahrer juckt es noch in den Fingern. "Forza Horizon 3" ist unserer Meinung nach vielleicht sogar der beste Arcade-Racer seit Jahren – "Mario Kart" ausgenommen. Aber was wissen wir Olivenöltanker schon.

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Wir spielen "Forza Horizon 3": Der beste Arcade-Racer seit Jahren

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Battlefield 1 (PC, PS4, Xbox One)

Künstlerisch wäre es ganz bestimmt mutiger gewesen, den Ersten Weltkrieg als jenes Drama zu inszenieren, das er war, und ihm nach 100 Jahren wieder ein Gesicht zu geben. Dass man damit an den Wünschen der Serienfans und den kommerziellen Interessen vorbei entwickelt hätte, ist aber ebenso sicher. So ist "Battlefield 1" in seiner oberflächlich bislang härtesten Form ein weichgespülter Genrekönig, der vor allem als Multiplayer-Orgie überzeugen will. Und auf dieser aalglatten Klaviatur spielt "Battlefield 1" alle Stücke. Im Zusammenspiel mit 31 Teamkollegen gegen ebenso viele Widersacher rückt der ernste Charakter des Settings vollends in den Hintergrund. Im taktischen Verbund aus Fliegern, Panzerfahrern und Bodentruppen wird der Kampf um Stützpunkte und strategische Stellungen zum nicht selten chaotischen, aber fast immer äußerst kurzweiligen Adrenalinrausch. Man gewinnt und verliert und bis auf Zornes- oder Lachfalten und geschundene Daumen sind keine Nebenwirkungen zu beklagen.

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"Battlefield 1" im Test: Der Erste Weltkrieg für Disneyland-Besucher

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Xcom 2 (PC, PS4, Xbox One)

"Xcom 2" schafft es durch seine meisterhafte Verknüpfung perfekt abgestimmter Spielmechaniken einen gewaltigen Motivationssog zu entfalten. Sein Herzstück, der taktische Rundenkampf, bleibt trotz klarer, simpler Regeln dank stetig wachsender Herausforderung immer aufs Neue spannend und fügt sich mit dem ihn untermalenden Globalstrategieteil zu einem Ausnahmespiel, das sowohl Veteranen als auch Neueinsteiger begeistern wird – Stressresistenz vorausgesetzt. Dass der Weltrettungseinsatz überdies dank filmischer Perspektivwechsel, detaillierter Figuren und dramatischer Kampfsequenzen nur mehr entfernt an die statischen Großväter des Rundenstrategiegenres erinnert und in Design, Sprachausgabe, Musik und allgemeiner Präsentation die hübscheste Inkarnation eines über zwei Jahrzehnte alten, aber unverwüstlichen Spielprinzips ist, ist da schon fast nebensächlich. "Xcom 2" ist dank kluger, aber behutsamer Weiterentwicklung, gewohnt fesselndem Spielprinzip und gefährlich motivierendem Gameplay schlicht ein moderner Instant-Klassiker.

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"Xcom 2" im Test: Das beste "Xcom" aller Zeiten

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Pro Evolution Soccer 2017 (PC, PS4, Xbox One)

Konami hat in diesem Jahr mit "PES 2017" mächtig vorgelegt und und das virtuelle Fußballspiel in nahezu allen Bereichen verbessert. Speziell die taktischen Möglichkeiten und das nochmals verbesserte Aufbauspiel machen den Unterschied aus. Auch die Präsentation wirkt – trotz schwachem deutschen Kommentar – gelungen. Allerdings müssen PC-Spieler Einschränkungen in Kauf nehmen, die Konsolenfassung für PS4 und Xbox One sieht nämlich einen Hauch besser aus. Das ändert allerdings nichts daran, dass die wahren Stärken von auf dem Platz liegen. Dort ist Konamis Sportsimulation in diesem Jahr ein König, den "FIFA 17" spielerisch nicht von seinem Thron herunter schubsen konnte. EAs Platzhirsch dürfte dies dennoch kaum jucken, konnte "FIFA 17" dank gelungener Story-Premiere und Lizenzstärken auch heuer wieder Rekordverkäufe verzeichnen.

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"PES 2017" im Test: Der beste Kick des Jahres

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Dishonored 2 (PC, PS4, Xbox One)

Wie schon der Vorgänger ist "Dishonored 2" ein beeindruckend atmosphärisches, in Details und Spielmechanik überzeugendes First-Person-Abenteuer mit eigenständigem Charakter. In seiner Freiheit spielt es sich außerdem je nach Herangehensweise auch beim zweiten oder dritten Durchgang aufregend anders – auch wenn die brachiale Action-Variante dem Spiel viel von seinen Möglichkeiten nimmt. Wer die Qualitäten von "Dishonored 2" zur Gänze erleben will, tut gut daran, es bedächtig, mit Vorsicht und angehaltenem Atem im Schleichgang zu erforschen. Es ist vor allem in seiner Offenheit der würdige und absolut zeitgemäße Nachfolger im Geiste, der "Thief" offiziell verwehrt geblieben ist. Und das ist vielleicht das größte Kompliment, das man in diesem Genre aussprechen kann.

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"Dishonored 2" im Test: Der neue, mörderische Genrekönig

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Dishonored 2

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Overwatch (PC, PS4, Xbox One)

Mit "Overwatch" hat sich Blizzard praktisch aus dem Nichts in die höchsten Shootersphären katapultiert. Die Multiplayer-Ballerei weist derart viele Facetten und Spielemöglichkeiten auf, dass auch der Langzeitspielspaß gesichert ist. Blizzard hat damit das Genre zwar nicht neu erfunden, aber positiv verändert und weiterentwickelt, wodurch auch all jene angesprochen werden, die bisher nichts mit derartigen Games anfangen konnten. Insbesondere die Detailverliebtheit, die perfekte Abstimmung der Helden und die von Blizzard typische Politur seiner Spiele, macht "Overwatch" zu einem Titel, an dem es heuer eigentlich kein Vorbei gibt.

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"Overwatch" im Test: Der Shooter, an dem es kein Vorbei gibt

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Dark Souls 3 (PC, PS4, Xbox One)

Ist "Dark Souls 3" jenes Spiel, das sich Millionen Fans erwartet haben? Absolut – und in gewisser Weise ist das auch eines der bescheidenen Probleme dieses brillanten Trilogie-Abschlusses. So konsequent und sympathisch es auch ist, dass Schöpfer Hidetaka Miyazaki fast störrisch an seiner unverdünnten spielerischen Vision festhält und sie von den nischigen Anfängen mit "Demon’s Souls" bis zum jüngsten Blockbuster bewahrt hat, so sehr wünscht man sich beim nächsten Projekt eine Weiterentwicklung statt noch mehr vom zugegeben brillanten Selben. "Dark Souls 3" ist ein fantastisches, forderndes und gewiss prägendes Erlebnis für all jene, die sich zum allerersten Mal auf den Weg zu einem der euphorischen Gipfel dieser Spiele machen. Für bereits erfahrene Spieler der Vorgänger ist es, bei allen kleineren Kritikpunkten, "nur" ein weiterer großartiger Höhenrausch.

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"Dark Souls 3" im Test: Ein letzter, großer Gipfelsturm

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Doom (PC, PS4, Xbox One)

Bei einer derart turbulenten Entstehungsgeschichte inklusive zwischenzeitlichem Neuanfang waren die Hoffnungen nicht groß. Doch "Doom" ist eine rundum gelungene Auferstehung eines Kultklassikers, die sich nicht durch ödes Zitieren oder nostalgisches Retro-Augenzwinkern, sondern die gelungene Übertragung des besonderen Geists des Originals in die Gegenwart auszeichnet. Die Geschwindigkeit, Schnörkellosigkeit und auch Härte, wie sie vom namensgebenden First-Person-Urvater in die Gegenwart katapultiert wurde, zeigt fast ein Vierteljahrhundert später, dass nicht alles, was von der "Evolution" des Genres zurückgelassen wurde, obsolet ist. So rasant, so unterhaltsam und zugleich erfrischend war lange kein First-Person-Shooter mehr. Dass keine Fortsetzungszahl den Titel schmückt, ist kein Zufall: "Doom" ist zurück.

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"Doom" im Test: Der Höllenfürst ist zurück und großartig

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Batman Arkham VR (PSVR)

Das Jahr der Virtual Reality fiel zugegebener Maßen etwas verhalten aus. Wozu die Technologie heute bereits im Stande ist, verdeutlichte in diesen noch sehr experimentellen Anfängen den Mediums wohl kaum ein Spiel besser als "Batman Arkham VR". Als spannendes Detektivabenteuer getarnt, in dem man gebannt von der Story ausnahmsweise nicht kämpft, sondern seine grauen Zellen anstrengt, verbirgt sich ein faszinierendes Zweitleben für Fans des dunklen Ritters. Tags ist man ein Jedermann, nachts, wenn man sich mit der VR-Brille in Spiel einklinkt, wird man zum heldenhaften Jäger der Bösewichte. Die Illusion, tatsächlich von Gotham City umschlossen zu sein, in dunklen Gassen auf seine lebensgroßen Erzfeinde zu stoßen, ist so stark, dass man die Aussicht auf das jähe Ende vom ersten Ladescreen an bedauert. Es ist ein kurzes, aber irre intensives Schaustück für ein Medium, das mit nicht zu vergleichen ist. Und hoffentlich der beste Anreiz für Publisher weiter in VR-Hochglanzproduktionen zu investieren.

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