Rosberg-Nachfolge: Bottas oder Wehrlein?

14. Dezember 2016, 09:22
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Mercedes-MotorsportchefWolff lobt den 27-Jährigen Finnen: "Jemand, der sehr, sehr schnell ist" – Noch legt sich Williams quer

Wien/London – 50:50 steht es zwischen den Formel-1-Piloten Pascal Wehrlein und Valtteri Bottas im Rennen um das zweite Cockpit im Weltmeisterteam Mercedes. Das ließ Motorsportchef Toto Wolff den STANDARD wissen. Die Interpretation, dass es neben dem deutschen Mercedes-Junior und dem finnischen Williams-Piloten keine weiteren Kandidaten für die Nachfolge von Weltmeister Nico Rosberg mehr gibt, ist zulässig, aber nicht unbedingt zwingend.

Wolff bestätigte damit auch, dass bei Williams um Bottas angefragt wurde. Die BBC berichtet, dass dem Rennstall die Halbierung der Motorenkosten in Aussicht gestellt wurde, sollte er den 27-Jährigen freigeben – die Ersparnis beliefe sich auf rund zehn Millionen Euro. Williams habe das erste Angebot abgelehnt. Schließlich ging durch den Rücktritt des Brasilianers Felipe Massa schon ein erfahrener Pilot verloren. Für Massa wurde der erst 18-jährige Kanadier Lance Stroll geholt.

Bottas und die Erfahrung

Bottas, der in der vergangenen Saison als Dritter des Grand Prix von Kanada den einzigen Podestplatz für Williams herausfuhr, aber auch nicht den Absturz des Rennstalls auf Rang fünf der Konstrukteurswertung verhindern konnte, kam vor vier Jahren durch die Sportmanagement-Firma Aces in die Königsklasse. An dieser ist Wolff beteiligt, der bis Ende 2015 ja auch Anteile an Williams selbst hielt.

Bottas, der bei den Engländern noch für die Saison 2017 unter Vertrag steht, kann mit seiner Erfahrung aus 77 Formel-1-Rennen aufwarten. Neunmal fuhr der Mann aus Südfinnland bisher aufs Podest. Der um etwas mehr als fünf Jahre jüngere Wehrlein absolvierte für die Nachzüglertruppe von Manor in der vergangenen Saison 21 Grand-Prix-Starts. Seinen bisher einzigen Punkt holte der Jungraser aus Sigmaringen in Österreich.

Hamilton in Totos Küche

So oder so die Nummer eins bei Mercedes wird der Dreifachweltmeister Lewis Hamilton sein. Der 31-jährige Brite hat nach einer Aussprache die volle Rückendeckung des Teams, wie eine kurze Sequenz aus einem in Wolffs Haus in England gedrehten und via Instagram verbreiteten Video nahelegt. "Hallo an alle, wir sind hier in Totos Küche und hatten ein tolles Treffen", sagte Hamilton da und ergänzte: "Ich hoffe, es geht euch gut und wir sehen uns bald." Auch Wolff selbst kam zu Wort und bestätigte Hamiltons positive Eindrücke: "Wir haben ein paar Stunden zusammen verbracht und hatten ein fantastisches Meeting. Wir werden 2017 sehr stark zurückkommen."

Im verwichenen Saisonfinale zu Abu Dhabi hatte Hamilton im Duell mit Rosberg durch bewusst langsame Runden als Spitzenreiter den Doppelsieg für Mercedes aufs Spiel gesetzt und sich Wolffs Unmut zugezogen. (sid, red, 12.12.2016)

  • Die heißesten Kandidaten: Valtteri Bottas und Pascal Wehrlein.
    foto: apa/afp

    Die heißesten Kandidaten: Valtteri Bottas und Pascal Wehrlein.

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