Was Cortison alles kann

12. Dezember 2016, 11:48
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Asthma, Schock, Rheuma, Entzündung: Cortison wird bei sehr vielen Erkrankungen eingesetzt – ein Überblick über Wirkung und Nebenwirkungen

Die unabhängige Arzneimittelplattform "Gute Pillen – schlechte Pillen" hat Cortison unter die Lupe genommen und seine neue Ausgabe diesem gut etablierten Medikamente gewidmet. "Cortison" ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Glucocorticoide. Deren Wirkung ähnelt dem körpereigenen Hormone Cortisol, das unter anderem Entzündungsprozesse dämpfen kann.

Unser Körper produziert in den Rinden der Nebennieren rund fünfzig cortisonähnliche Hormone. Das wichtigste ist Cortisol. Es gilt auch als "Stresshormon", das den Körper auf stressende Faktoren einstellt: Cortisol fördert den raschen Abbau von Nährstoffen wie Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen und stellt so Energie für Angriff oder Flucht bereit.

In den Nieren sorgt Cortisol dafür, dass weniger Natrium und damit auch weniger Wasser ausgeschieden wird. Medizinisch ist interessant, dass das Hormon auch Entzündungsprozesse und andere Reaktionen des Immunsystems dämpft.

Effektvolle Präparate

Cortisonartige Arzneistoffe hemmen Entzündungen, indem sie die Bildung bestimmter Botenstoffe verhindern. Solche Botenstoffe entstehen beispielsweise, wenn das Immunsystem körperfremde Substanzen erkennt. So können etwa starke allergische Reaktionen bis hin zum Schock auftreten, die sich mit Cortison-Präparaten dämpfen lassen.

Aus dem gleichen Grund erhalten Patienten nach einer Organtransplantation häufig gemeinsam mit anderen Medikamenten ein Cortison-Präparat. Das trägt dazu bei, dass das neue Organ nicht abgestoßen wird.

Allerdings können Cortison und Co. zu gefürchteten unerwünschten Wirkungen führen – deshalb sind sie zumeist rezeptpflichtig. Welche Nebenwirkungen hauptsächlich auftreten, wie wahrscheinlich und wie heftig sie sind, hängt entscheidend von Art, Dosierung und Dauer der Anwendung ab. Deshalb gilt für cortisonartige Arzneistoffe grundsätzlich: Nur anwenden, wenn wirklich nötig, so kurz und in so niedriger Dosierung wie möglich und nicht auf eigene Faust.

Fazit: Cortison-Präparate sind vielfältig einsetzbare Mittel, die wir uns seit mehr als 70 Jahren medizinisch zu Nutze machen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Risiko für unerwünschte Wirkungen zu drosseln. Angst vor Nebenwirkungen sollte deshalb kein Grund sein, auf eine notwendige Cortison-Behandlung zu verzichten. (red, 12.12.2016)

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Was Cortison bedeutet

Der chemisch korrekte übergeordnete Begriff für alle Substanzen mit cortisonähnlicher Wirkung ist Glucocorticoide. Das Wort ist abgeleitet von der lateinischen Bezeichnung "cortex"(Rinde) für den Produktionsort in der Nebennierenrinde und seiner Funktion im Glukosestoffwechsel (Glukose ist ein Zucker). Den Stoff Cortisol produziert der Körper selbst – die chemisch identische Substanz wird unter dem Namen Hydrocortison als Arzneistoff verwendet. Cortisonartige Arzneistoffe sind zum Beispiel Beclometason, Betamethason, Prednisolon, Budesonid, Hydrocortison, Methylprednisolon, Dexamethason.

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