Diabetiker profitieren von Influenza-Impfung

12. Dezember 2016, 11:16
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Unter- und Überzuckerung, Schlaganfall und Lungenentzündung – eine Grippe kann für Typ2-Diabetiker schwerwiegende Folgen haben

Im Canadian Medical Association Journal wurde vor kurzem eine Studie publiziert, die zeigt, dass für Diabetiker das Risiko für Spitalsaufenthalt und Tod durch eine Influenza-Impfung deutlich reduziert werden kann. Dafür wurden rückwirkend während eines Zeitraums von sieben Jahren Daten von über 124.000 Typ-2-Diabetikern in England analysiert. Die Ergebnisse sind eindeutig: Wer geimpft war, hatte ein um 19 Prozent geringeres Risiko für einen akuten Myokardinfarkt und ein 30 Prozent niedrigeres Risiko einen Schlaganfall zu bekommen. Auch die Wahrscheinlichkeit, ein Herzversagen zu erleiden war in der Gruppe der Geimpften deutlich niedriger (minus 22 Prozent).

Ebenso wie das Risiko überhaupt an Influenza oder Pneumonie (Lungenentzündung) zu erkranken (minus 15 Prozent). Und das während der Grippesaison. Insgesamt sank auch die Sterbewahrscheinlichkeit in der Gruppe der Geimpften um 24 Prozent.

In Österreich leben etwa 600.000 Diabetiker. Schon 2030 könnten es mehr als 800.000 sein. Wie bei allen Menschen mit chronischen Erkrankungen ist ihr Immunsystem geschwächt und kann daher weniger gut gegen Infektionen ankämpfen wie jenes von gesunden Menschen. Daher erkranken sie auch leichter an Influenza.

Warnung von Diabetikervereinigung

Und das kann schwerwiegende Folgen haben – auch, aber nicht nur für den Blutzuckerspiegel. Durch den Stress, den die Krankheit im Körper auslöst, kann dieser über Gebühr ansteigen. "Eine Influenza-Erkrankung ist für Diabetiker wahnsinnig anstrengend", sagt Anna Mayer, Bundesvorsitzende der Österreichischen Diabetikervereinigung. Das gelte besonders für Insulin-spritzende Diabetiker. "Es ist für Influenza-kranke Diabetiker extrem schwierig, den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu halten. Meist brauchen sie viel mehr Insulin als sonst. Und Diabetiker, die Medikamente einnehmen oder ihren Lebensstil an die Krankheit anpassen müssen, brauchen in jedem Fall einen Arzt, weil sie ihren Blutzuckerspiegel nicht mehr allein einstellen können."

Wer es aufgrund der Krankheit nicht schafft, regelmäßig zu essen, riskiert außerdem noch eine Hypoglykämie, also Unterzuckerung. Und genau dieses Auf und Ab des Blutzuckerspiegels kann zu Komplikationen führen und sogar einen Spitalsaufenthalt notwendig machen, warnen Experten. (red, 12.12.2016)

Originalpublikation:

Effectiveness of the influenza vaccine in preventing admission to hospital and death in people with type 2 diabetes

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